Spitzensporterfolge durch zielorientierte Förderung der Fachverbände. Ein Konzept für das Bundesland Vorarlberg

Wenn im internationalen Spitzensport bereits von einem "Wettrüsten" die Rede ist, wenn dazu zunehmend komplexere Strukturen geschaffen werden, wenn die Professionalisierung und Verwissenschaftlichung zentraler Prozesse wie dem leistungssportlichen Training und Wettkampf in den letzten Jahren weiter, und spürbar, zugenommen hat, bleiben Konsequenzen in den lokalen Sportvereinen, aber auch in den regionalen und nationalen Sportverbänden nicht aus. Das ist eigentlich zwangsläufig so, da all diese organisatorischen Gliederungen zum Netzwerk des Leistungssports dazugehören, auch wenn es natürlich Unterschiede in den leistungssportlichen Ziel- und Aufgabenstellungen gibt. Um die vereinbarten und formulierten Leistungssportziele zu erreichen, werden seit vielen Jahren Analysen des Entwicklungsstandes und der zum Einsatz gebrachten Elemente der Leistungssportförderung vorgenommen. Dabei geht es sowohl um den jeweils eigenen Platz in diesem nationalen und internationalen Wettstreit, aber auch um Best-Practice-Lösungen, von denen andere entsprechend lernen können (ohne der Versuchung des einfachen Kopierens zu verfallen). In den Kreis der zu diesem Thema vorliegenden Studien ist auch die Masterarbeit von Andreas Staudacher einzuordnen. Er befasst sich explizit mit den leistungssportlichen Zielen des österreichischen Bundeslands Vorarlberg und untersucht, welche Förderinstrumente auf welchen Teilgebieten zum Einsatz kommen und wie erfolgreich das in den letzten Jahren erfolgt ist. Um dies tun zu können, legt er seine Sicht auf Erfolgskriterien von Sportverbänden vor, die als Kernelement der Leistungssportförderung betrachtet werden. Hier gilt sein Interesse sowohl den organisatorischen Voraussetzungen in den Verbänden, aber auch deren sozioökonomischer Grundlagen und demografischen Umgebungsbedingungen. Weiterhin wird die wissenschaftliche Unterstützung der Leistungsentwicklung untersucht, eng verbunden mit den Projekten in den Bereichen der Talentfindung und der Nachwuchsförderung innerhalb des Prozesses des langfristigen Leistungsaufbaus. Als für den sportlichen Erfolg entscheidende Position wird dem Trainer, seiner Ausbildung und seinem Wirken auch entsprechende Aufmerksamkeit gewidmet. Zu all diesen Bereichen wurden Sportexperten des Bundeslands Vorarlberg befragt. Diese stellten ihre Positionen sowohl zum aktuellen Entwicklungsstand als auch zu Möglichkeiten bzw. Notwendigkeiten von Veränderungen im Vorarlberger Leistungssport dar. Die so zusammengetragenen Positionen bilden komplex und zugleich differenziert den leistungssportlichen Entwicklungsstand, vergleichen diesen mit dem Sportkonzept 2009-2015 der Region und zeigen Entwicklungsperspektiven in einem Regionalbereich auf, der seit vielen Jahren ein klares Bekenntnis zur Leistungssportentwicklung abgelegt hat und auch immer wieder erfolgreiche Leistungssportler entwickeln konnte, in den Jahren nach 1998 bei Olympischen Winterspielen aber keine Medaillengewinner mehr in seinen Reihen hatte.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sportgeschichte und Sportpolitik Theorie und gesellschaftliche Grundlagen Nachwuchssport
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Saarbrücken VDM Verlag Dr. Müller 2010
Ausgabe:Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2010.- 103 S.
Seiten:103
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch