Sport verstehen - Sport erleben

In allen Bundesländern können sportlich talentierte Mädchen und Jungen sportbetonte Schulen besuchen, an denen neben einer qualifizierten sportpraktischen Ausbildung Sport auch als wissensbezogenes Schulfach angeboten wird. Darüber hinaus gibt es inzwischen nicht wenige Schulen mit gymnasialer Oberstufe mit einem Leistungskurs Sport für sportlich interessierte Jugendliche. In diesen Kursen soll aus ausgewählten sport- und trainingswissenschaftlichen Teilgebieten Wissen vermittelt werden, um das Verständnis dafür spürbar zu verbessern, auf welchen Gesetzmäßigkeiten sportliche Bewegungen beruhen und wie sie sich auch in einer sportartspezifischen Leistungs- und Anforderungsstruktur zeigen. In enger Verbindung damit stehen Angebote, in denen sozialwissenschaftliche Themen, zum Beispiel aus der Sportsoziologie und Sportpsychologie, aufgeworfen und mit den Schülern besprochen werden. Nicht zu vergessen sind Themen aus den Biowissenschaften und der Sportmedizin, wie zum Beispiel Adaptationsprozesse nach Belastung, die physiologischen Wirkungen von Training auf das Herz-Kreislauf-System oder auch Dopingmissbrauch, die verdeutlichen, wie komplex sportliches Training und sportlicher Wettkampf sind, wie vielseitig die Anforderungsprofile im Allgemeinen sind und wie sehr eine sportartengruppen- bzw. sportartspezifische Ausdifferenzierung hinsichtlich der spezifischen Leistungsfaktoren stattgefunden hat, wenn man nur die Leistungsstruktur von Triathlon und Wasserspringen, Gewichtheben und Handball, Judo und den Sprungdisziplinen der Leichtathletik vergleicht. Das vorliegende Lehrbuch ist für die gymnasiale Oberstufe von Schulen des Freistaats Sachsen entwickelt worden und soll den Schülern genau diese Wissensbestände und Zusammenhänge verdeutlichen. Dazu werden in der Einführung Grundbegriffe des Sports und der Sportwissenschaft definiert, um in der Folge sozialwissenschaftliche Themen mit übergreifender Bedeutung für die Sportentwicklung insgesamt aufzuwerfen. In ähnlicher Weise verfahren die Autoren dann bei der Klärung zentraler Kategorien der Sportwissenschaft wie beispielsweise "sportliche Leistung" oder "Leistungsvoraussetzungen". Diese grundsätzliche Diskussion und Klärung dient dann dazu, grundlegende Prozesse der Bewegungs- und Trainingswissenschaft und der zwischen ihnen bestehenden Wechselwirkungen zu präsentieren: - motorische Ontogenese, - Kognition und Motorik, - Leistungsentwicklung, - Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, - biomechanische Prinzipien, - Eignungsdiagnostik und Talentauswahl, - sportmotorische Tests, - Trainingsmethoden und - der langfristige Leistungsaufbau. Eng verbunden damit sind die Themen, die sich mit dem Training und der Entwicklung sportmotorischer Fähigkeiten befassen. Hier wird nochmals besonders das biologische System des menschlichen Körpers angesprochen, sind doch die Entwicklung der Muskelkraft oder der Schnelligkeit auf das Engste mit biologischen Voraussetzungen und Prozessen verbunden. Nur die Kenntnis der biologischen Abläufe und der Möglichkeiten, durch gezieltes Training Einfluss zu nehmen auf die Richtung, die Schnelligkeit und damit auch auf das Ergebnis bestimmter Trainingsinterventionen, führt zu der beabsichtigten Leistungsentwicklung. In der Diskussion dieser Trainingsthemen wird nochmals an der Differenzierung der Wissensbestände gearbeitet, wenn die Unterschiede von Maximalkraft und Schnellkraft, Reaktionsschnelligkeit und Bewegungsschnelligkeit, Kraftausdauer oder der unterschiedlichen Formen der Ausdauer allgemein vorgestellt werden. Dazu werden dann Trainingsmethoden und Trainingsmittel präsentiert, die eingesetzt werden können, um entsprechende Wirkungen bei den Sportlerinnen und Sportlern zu initiieren. In vergleichbarer Weise gehen die Autoren auch hinsichtlich koordinativer Fähigkeiten vor. Hier gilt ein besonderes Augenmerk dem motorischen Lernen und der Verdeutlichung der Bedeutung des Koordinations- und Techniktrainings als einer tragenden Säule sowohl des allgemeinen als auch des sportartspezifischen Trainings - und das dann auch innerhalb eines mehrjährigen, langfristigen Leistungsaufbaus. Mit einem umfassenden Kapitel zur Entwicklung sporttechnischer Fertigkeiten - wiederum beginnend mit den biologischen Grundlagen, über die Phasen des motorischen Lernprozess' bis zur Analyse sportlicher Bewegungen - runden die Autoren das Bild eines anspruchsvollen Lehrbuchs für Gymnasiasten ab, das aber zweifelsohne ebenso in der Übungsleiterausbildung mit Gewinn eingesetzt werden kann, da es Grundbestände sportfachlichen Wissens übersichtlich darstellt und didaktisch gut aufbereitet.
© Copyright 2010 Published by Lehmanns Media. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science
Language:German
Published: Berlin Lehmanns Media 2010
Edition:Berlin: Lehmanns Media, 2010. - 365 S.
Pages:365
Document types:book
Level:advanced