Berufsfeld Trainer im Spitzensport
Trainer sind heute im nationalen und internationalen Spitzensport mehr denn je die zentralen Akteure, um Sportlerinnen und Sportlern eine erfolgreiche sportliche Laufbahn zu ermöglichen. Dabei hat sich das Feld der von ihnen abzudeckenden professionellen Teilbereiche kontinuierlich verändert, wobei erweitert die Entwicklungen treffender beschreibt. Sie sind inzwischen zu Managern interdisziplinärer Expertenteams geworden, in den Know-how aus verschiedensten Teilbereichen leistungsfördernd organisiert und eingesetzt werden muss. Einher mit dieser schrittweisen Übernahme von mehr Verantwortung ist in sehr vielen Fällen auch die Veränderung ihrer Position innerhalb des Sportsystems, aber auch in der modernen Medienwelt gegangen. Trainer in Nationalmannschaften, von erfolgreichen Einzelsportlern oder Teams (zum Beispiel in den deutschen Bundesligen) stehen im Focus des öffentlichen Interesses. Ihr Agieren, ihre Äußerungen, die sportliche Entwicklung der von ihnen betreuten Sportlerinnen und Sportler, deren Erfolge oder auch Misserfolge finden umgehend und sehr intensiv eine Widerspiegelung im sportinternen, aber auch im medialen Umfeld.
Nun sollte erwartet werden, dass sich eine derartige Entwicklung des beruflichen Aufgaben- und Verantwortungsfeldes auch in einer gefestigten Position des Trainerberufs niederschlägt, ist sie oder er doch DIE oder DER entscheidende menschliche Faktor, mit seinem Wissen, seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten, um sportliche Leistung zu entwickeln, um soziale Kompetenz oder psychische Stabilität bei den Sportlerinnen und Sportlern zu entwickeln, der diese Prozesse vorausdenkt, plant und zusammen mit seinen Mitarbeitern in die Trainings- und Wettkampfpraxis umsetzt. Die Untersuchungen von Digel & Thiel haben sich genau dieses Themas angenommen und verschiedene der zentralen Fragen des Trainerberufs im nationalen Spitzensport in den Focus gestellt:
- besitzen Trainer heute eine angemessene Position und Anerkennung in der oftmals vielstufigen Hierarchie des Sports,
- wie zeitlich stabil ist eine Anstellung als Trainer im Spitzenbereich und durch welche Faktoren wird der Verbleib auf einer solchen Position bzw. ein Wechsel beeinflusst,
- gibt es für diese Positionen, angesichts ihrer hohen Verantwortung, ihres multidisziplinären Anforderungsprofils und ihres überdurchschnittlichen "Risikopotenzials" eine adäquate Entlohnung.
Die erhobenen Daten weisen auf eine ganze Reihe von Problemfeldern hin, die für die aktuelle als auch zukünftige Attraktivität des Berufs Spitzensporttrainer den Chancen gegenübergestellt werden müssen. Eng damit verbunden sind Handlungsempfehlungen, die sich zum Beispiel auf die qualifizierte Traineraus- und -fortbildung, die uneinheitliche Ausbildungsqualifikation, die arbeitsrechtliche Situation der Trainerinnen und Trainer von der Regelung der Arbeitszeit bis hin zur Bezahlung der Trainer, die Rekrutierungsprozesse für Spitzensporttrainer auch mit Blick auf die sich weiter ausdehnenden Zuständigkeiten im komplexen Trainings- und Wettkampfprozess beziehen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Theorie und gesellschaftliche Grundlagen |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2010
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| Ausgabe: | Schorndorf: Hofmann, 2010.- 337 S. |
| Schriftenreihe: | Reihe Sportsoziologie |
| Seiten: | 337 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |