Von der Aktivierung der Begabungsreserven zur Hochbegabtenförderung. Forschungsergebnisse aus vier Dekaden

Die Begabtenförderung ist eines der Themen im nationalen und internationalen Sport, das im Rahmen von Programmen zur Talentsichtung, -auswahl und -förderung eine gleich beibende wissenschaftliche und sportpraktische Begleitung erfährt. Doch die Förderung von (hoch)begabten Mädchen und Jungen ist bei weitem nicht auf den Kreis der Bewegungsbegabten begrenzt. So fanden und finden Olympiaden nicht nur im Sport statt, sie sind ebenso in der Mathematik, Physik oder Chemie anzutreffen, wie es auch im Ballett, in der Musik oder unter den Literaten Programme zur Förderung talentierter Kinder und Jugendlicher gibt. Die Förderung dieser Talente ist offensichtlich eine Aufgabe, die Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und praktischer Förderprogramme in einer Vielzahl von gesellschaftlichen Teilbereichen ist. Insofern ist es sinnvoll und wichtig, sich sowohl mit den theoretischen Grundlagen dieser Förderansätze (Stichworte sind u. a. Begriffsbestimmung und Verhältnis zur Kreativität), den Möglichkeiten und Grenzen der Identifikation von hochbegabte Kindern und Jugendlichen (Stichwort Diagnoseprogramme) und den praktischen Umsetzungsvarianten (mit Stichworten wie Hochbegabtenförderung durch Differenzierung oder Reattributionstraining) zu befassen, die dafür in den letzten Jahren und Jahrzehnten gewählt bzw. entwickelt worden sind. Im vorliegenden Buch werden all diese Teilthemen aufgegriffen und in der Rückschau auf die zurück liegenden 40 Jahre beleuchtet. Dazu werden einleitend theoretische Diskussionen um Begriffe wie Begabung, Kreativität, Intelligenz reflektiert und in konzeptionelle Entwürfe eingeordnet. Das sich anschließende Kapitel orientiert sich auf die Naturwissenschaft und Technik und die für diese Disziplinen wissenschaftlich bestätigten Zusammenhänge zwischen Hochbegabung und Kreativität. Diese Kreativitätsdiskussion wird dann im Kapitel 3 vertieft, in dem die Schule, das Studium und der Beruf als soziale Umgebung der Kinder und Jugendlichen in die Diskussion einbezogen werden. Im zusammenfassenden Kapitel 4 werden die Befunde der Hochbegabungsforschung bis zur Expertiseforschung mit ihren in der überwiegenden Mehrzahl mehrdimensionalen und/oder typologischen Konzeptionen auf dem aktuellen Kenntnisstand vorgestellt. In vergleichbarer Weise widmet sich der Teil II den Problemen der Methodologie und der Identifikation, bevor der sehr umfängliche Teil III eine reihe von Längsschnitt- und Evaluationsstudien zur Hochbegabungsentwicklung und zu entsprechenden Förderprogrammen präsentiert. Diese Originaltexte wurden aus der Forschungsliteratur seit dem Beginn der 60er Jahre entnommen. Damit vermittelt der Sammelband von Kurt A. Heller eine repräsentative Übersicht zur aktuellen Lage sowie zur Entwicklung der Hochbegabungsforschung und Talentförderung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Wer sich zum Thema Hochbegabung und Talentförderung in Deutschland umfassend informieren möchte, wird deshalb dankbar auf die beiden Neuerscheinungen zurückgreifen.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Sozial- und Geisteswissenschaften
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Münster LIT 2008
Ausgabe:Münster: LIT, 2008. - 382 S.
Schriftenreihe:Talentförderung - Expertiseentwicklung - Leistungsexzellenz, 2
Seiten:382
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch