Leistungsreserve Springen. Handbuch des Sprungkrafttrainings für alle Sportarten
Die Erinnerung an die atemberaubenden 8.90 m von Bob Beamon, 1968 in der Höhenluft Mexicos erzielt oder die Faszination, die von der damals neuartigen Floptechnik von Dick Fosbury ausging, sind kleine Belege dafür, welche nachhaltige Wirkung von Sprüngen im Sport ausgehen kann. Andere Belege dafür sind Sprungwürfe einer Grit Jurack im Handball oder Angriffsschläge eines Jochen Schöps im Volleyball, die von Gegenspielern, Trainern, Wissenschaftlern und Zuschauern als herausragende Aktionen innerhalb eines Spiels betrachtet und - wenn erfolgreich - entsprechend gefeiert werden. Letztlich sei auch darauf verwiesen, dass Sprünge mit Mehrfachdrehungen auf dem Eis oder von einer Skiflugschanze mit weiten jenseits der 200-m-Marke auch den Sprüngen zuzuordnen sind.
Diese kurze Aufzählung belegt einerseits die Vielfalt der Sprünge im Sport, die von Sportart zu Sport sehr unterschiedlich in der Ausführung und Zielstellung sein können. Andererseits ist sie auch ein Ausdruck dafür, dass Springen in vielen Sportarten zu den Elementen gehört, in denen sich eine sportliche Leistung ausdrückt. Um aber gut springen zu können, bedarf es einer gut ausgeprägten Sprungkraft und einer sehr guten Sprungtechnik.
Um sich dem Thema eines Trainings der Sprungkraft zu nähern nimmt Wolfgang Killing eingangs eine definitorische Beschreibung der Elemente des Sprungs (Streckimpuls des Sprungbeins, Umlenken der Anlaufgeschwindigkeit in Höhe, Einsatz von Schwungelementen) und seiner Phasen (Vorbereitungs-, Hauptphase mit energetischer Absprungstreckung sowie Sicherung von Absprungrichtung und Abflugwinkel und Flugphase mit entsprechender Bewegungsaufgabe sowie Landung) vor. Auf die Realisierung dieser Teilaufgaben haben mehrere Faktoren Einfluss: das Maximalkraftniveau, der Anteil schnellkräftiger Muskelfasern, die Muskelinnervation, das koordinativ-technische Leistungsvermögen und letztlich auch die Motivation.
Hinz kommt, dass es den Sprung "an sich" nicht gibt, dass es einbeinige und beidbeinige Sprünge genauso wie Mischformen gibt und die Form der Muskelarbeit zwischen konzentrischer, exzentrischer, reaktiver und plyometrischer wechseln kann.
Da dieses Thema so vielschichtig und komplex zugleich ist, kommt dem Lernen der Sprünge eine herausragende Bedeutung zu, die sich auch in einem Kapitel des vorliegenden Buchs widerspiegelt, mit denen die Grundelemente der Sprungbewegung von der Körperspannung über die Ausholbewegung und den Fußaufsatz bis zur Landung erlernt und schrittweise perfektioniert werden. Um diesen Prozess erfolgreich und effektiv zu gestalten, bietet Wolfgang Killing entsprechende Übungen an, deren Ausführung an hand von Bildern bzw. Bildreihen sehr plastisch wird. Dazu beschreibt er auch die korrekte Ausführung, stellt häufig auftretende Fehler vor und gibt entsprechende Korrekturhinweise. So kann die Erlernung von beidbeinigen Stand- und Seriensprüngen, der Sprunglauf, Einbein- und Einbeinwechselsprünge, der Hopserlauf sowie Steigesprünge, als die Grundformen des Springens, schnell erlernt werden. Im sich anschließenden Kapitel ändern sich dann die Umfeldbedingungen, werden verschiedene Sprünge kombiniert und Testübungen vorgestellt.
Im Kapitel zu unterstützenden Trainingsinhalten, in dem sich der Autor mit dem Schnelligkeitstraining, dem Krafttraining, dem Stabilisierungstraining und dem Beweglichkeitstraining auseinandersetzt, wird deutlich, wie komplex die sportliche Leistung im Zusammenhang mit Sprüngen ist bzw. sein kann.
Die Kapitel zum Sprungkrafttraining und zur Sprungkraftentwicklung bieten dem Leser unterschiedliche Organisationsformen an, ordnen Sprünge nach deren Belastungsintensität, hinterfragen Wirkungen des Sprungkrafttrainings und sprechen mögliche gesundheitliche Verletzungs- und Überlastungsrisiken an.
Abschließend werden ausgewählte Trainingsprogramme für das Nachwuchstraining wie auch für den Anschluss- und Hochleistungsbereich vorgestellt.
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| Subjects: | |
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| Notations: | training science junior sports |
| Language: | German |
| Published: |
Münster
Philippka Sportverlag
2008
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| Edition: | Münster: Philippka, 2008. - 175 S. |
| Pages: | 175 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |