Doping. Eine Gefahr für den Jugendsport?

Das Interesse an körperlich-sportlichen Aktivitäten scheint unter Jugendlichen in den letzten Jahren spürbar zu sinken. Parallel mehren sich die Berichte über eine sich entwickelnde Praxis der Einnahme von Dopingsubstanzen auch im Fitnessbereich. Dies ist sowohl hinsichtlich des sich darin widerspiegelnden Wertewandels bedenklich, aber in erster Linie auch wegen der gesundheitlichen Folgen, die sich daraus ergeben können. Der vorliegende Band wendet sich deshalb dezidiert an die Zielgruppe der Jugendlichen und will aufklären über die medizinischen Wirkungen und Folgen der Einnahme von Dopingsubstanzen. Dazu stellt der Autor sehr umfangreich Substanzen und Wirkstoffe vor, die zu den am häufigsten im Zusammenhang mit sportlichen Aktivitäten in der Freizeit oder im Fitness-Studio konsumierten gehören. Dabei gelingt es ihm, viele wissenschaftlich komplizierte Sachverhalte und Wirkungen auf eine populärwissenschaftliche Ebene zu transformieren, die Jugendlichen das Verständnis erleichtern. Wichtig erscheint dabei auch, dass er sehr eindeutig die zentralen, indirekten, peripheren und direkten Wirkungen der Präparate vorstellt und damit die Risiken klar benennt, die im Zusammenhang mit dem Dopingmissbrauch bestehen. Das Kapitel befasst sich mit Stimulanzien, Narkotika, Diuretika, peptid- und Glykoproteinhormonen, Blutdoping, pharmakologischen, chemischen und physikalischen Manipulationen sowie weiteren Substanzklassen wie Alkohol, Cannabis, Kortikosteroide und Beta-Blocker. Den zweiten Teil seines Buches widmet er den Ergebnissen von Befragungen unter Schulkindern und Jugendlichen zum Dopingmissbrauch. Er stellt eigene Untersuchungsergebnisse aus dem Altersbereich 16-19 Jahre vor. Die Befragung ermittelte Informationen zum aktuellen Kenntnisstand zur Verbreitung, zu den potenziellen Risiken, den Motiven des Dopings unter Jugendlichen. Die Ergebnisse zeigten einerseits, dass Dopingsubstanzen als gefährlich eingeschätzt wurden, andererseits fehlten aber klare Konsequenzen der Ablehnung des Dopings. Die Motive für die Einnahme von Dopingsubstanzen waren sehr unterschiedlich und reichten von der Leistungssteigerung über die Bedienung von Schönheitsidealen bis zur Neugier. Insgesamt wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass gezielte, gut organisierte und inhaltlich verständliche Präventionsmaßnahmen in der Schule, in Sportvereinen und durch Medien erforderlich sind, um über die moralischen Bedenken, die medizinischen Wirkungen und die gesundheitlichen Risiken aufzuklären.
© Copyright 2004 Published by Weißensee-Verlag. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences junior sports social sciences
Language:German
Published: Berlin Weißensee-Verlag 2004
Edition:Berlin: Weißensee Verlag, 2004.- 123 S.
Pages:123
Document types:book
Level:advanced