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Talentsichtung im Schwimmsport. Auf der Grundlage metabolischer, kardiozirkulatorischer und respiratorischer Parameter insbesondere in Bezug auf eine zu prognostizierende Ausdauer- bzw. Sprintversiertheit

Im Rahmen der sportartspezifischen Sichtung talentierter Sportlerinnen und Sportler im Kindes- und Jugendalter und der sportwissenschaftlichen Begleitung ihrer sportlichen Leistungsentwicklung nehmen leistungsdiagnostische Tests, neben anthropometrischen Untersuchungen, einen wichtigen Platz ein. Im vorliegenden Band werden der Verlauf und die Ergebnisse einer Untersuchung in der Talentsichtung des Schwimmsports vorgestellt, mit der eine Beitrag geleistet werden soll, die Auswahlstrategien talentierter Schwimmer zu verbessern. Dazu wurden anthropometrische und Daten zur aktuellen Leistungsfähigkeit von 30 Schwimmerinnen und Schwimmern des Nachwuchsbereichs des Schwimmverbandes Hamburg (Durchschnittsalter bei Untersuchungsbeginn 13,1 Jahre) mit metabolischen Werten und Parametern der Ökonomie der sportlichen Technik verglichen. Parallel dazu wurde in dem einjährigen Untersuchungsprojekt nach Differenzierungen zwischen ausdauer- und sprintversierten Nachwuchsschwimmern gesucht. Mit den Probanden wurden drei Stufentests mit 200-m-Stufen durchgeführt (der zeitliche Abstand betrug jeweils ein halbes Jahr). Die Testgruppe bestand aus Nachwuchskadersportlern des OSP Hamburg, die Vergleichsgruppe aus Sportlern eines Hamburger Schwimmvereins. Es wurden nur Probanden einbezogen, die mindestens sechs Stufen (die mit 90 Sekunden Pause absolviert wurden) erfolgreich realisieren konnten. Zwischen der Versuchs- und der Kontrollgruppe wurden sowohl metabolische und anthropometrische Unterschiede festgestellt. Auch hinsichtlich der Ökonomie und der aktuellen sportlichen Leistungsfähigkeit traten Differenzen zu Tage. Bei einer differenzierten Betrachtung der Testgruppe hinsichtlich ausdauer- bzw. sprintversierten Schwimmern wurde kein Unterschied in der Ökonomie festgestellt. Beide Gruppen war ökonomisch gut, die ausdauerorientierten Probanden insbesondere bei langsamen, die sprintversierten Probanden bei schnellen Schwimmgeschwindigkeiten. Metabolisch wurden im Untersuchungsverlauf aber Entwicklungen festgestellt werden, die zu Unterschieden, z. B. in der maximalen Laktatproduktion ab dem 2. Test, zwischen den beiden Gruppen führten. Auch die VO2max-Werte unterschieden sich beim 3. Test signifikant zwischen den beiden Untergruppen. Hinsichtlich einer guten Talentprognose ergab die Untersuchung Schwerpunkte in den Bereichen der aktuellen Leistungsfähigkeit ("Punkte Leistung", "FINA Punkte", "Stroke-Efficiency-Index), des aeroben Stoffwechsels (Vo2, "Energy Cost") und der Anthropometrie (finale Körperhöhe, "Punkte Körperbau").
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:endurance sports junior sports biological and medical sciences training science
Language:German
Published: Saarbrücken VDM Verlag Dr. Müller 2007
Edition:Saarbrücken: VDM Verlag Dr. Müller, 2007. -273 S.
Pages:273
Document types:book
Level:advanced