Spitzensport und Schule. Möglichkeiten und Grenzen struktureller Kopplung in der Nachwuchsförderung
Im deutschen Nachwuchsleistungssport findet sich immer wieder der Hinweis darauf, dass das Land zwar über sehr viele talentierte Sportlerinnen und Sportler im Jugend- und Juniorenbereich verfügt, der Übergang aber zum Erwachsenenbereich nur ungenügend gelingt, weil viele dieser Athleten dann eine Entscheidung zugunsten ihrer akademischen oder beruflichen Ausbildung und Entwicklung treffen, wobei die Vereinbarkeit mit einem spitzensportlichen Engagement in Frage gestellt wird. Die deutschen Sportorganisationen haben diese Übergangsphase als entscheidend eingeschätzt, um Talente im Spitzensport zu halten. Als Konsequenz aus der Analyse der Situation der letzten zehn Jahre wurden so genannte "Verbundsysteme Schule-Leistungssport" entwickelt. Ziel der dabei entwickelten Lösungen war es primär, auf der Grundlage einer wechselseitigen Akzeptanz der beteiligten Partner eine gut durchdachte Abstimmung der sportlichen und schulischen Anforderungen im Interesse der Sportlerinnen und Sportler zu erzielen. Dazu galt und gilt es, die Zeitstrukturen der Belastungen in Schule und Sport zu optimieren und dazu ein Höchstmaß an Transparenz und Informationsaustausch zu den organisationsinternen Notwendigkeiten und Möglichkeiten zu erreichen. Hier geht es auch um die Anerkennung von Leitorientierungen, Prioritäten und Bedingungen sowie um ein pädagogisch verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten, um weder die schulische, noch die sportliche Entwicklung nachhaltig zu stören oder gar zum Abbruch zu führen. Wesentliche Elemente, die im Rahmen der Verbundsysteme zu entwickeln sind, sind ein effizientes Talentsichtungs- und -förderungssystem gemeinsam mit Vereinen, Verbänden und Stützpunkten, der Einsatz hoch qualifizierten Fachs in allen Teilbereichen von Schule und Sport sowie der Auf- und Ausbau von organisatorischen Förderstrukturen wie Teil- und Vollzeitinternate. Die sportbetonten Schulen und Partnerschulen des Leistungssports nehmen in diesem Prozess eine zentrale Position ein. Mit der vorliegenden Studie wird eine sehr umfassende und tief gehende Analyse des aktuellen Entwicklungsstands im Bundesland Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Dazu wurden 32 Kooperationsprojekte und 198 Talentförderprojekte untersucht. Dabei wurden sehr unterschiedliche Ausprägungen der Kooperationen und der Komplexität in den Projekten ermittelt, die wiederum stark differierende Konsequenzen im praktischen Vollzug der schulischen und sportlichen Ausbildung der Kinder und Jugendlichen hatten.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | junior sports |
| Language: | German |
| Published: |
Schorndorf
Hofmann Verlag
2006
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| Edition: | Schorndorf: Hofmann, 2006. - 391 S. |
| Series: | Reihe Sportsoziologie, 6 |
| Pages: | 391 |
| Document types: | book |
| Level: | advanced |