Performance Monitoring: Erfassung und Entwicklung sportpsychologischer Leistungsfaktoren

(Performance Monitoring: recording and development of sport-psychological performance factors)

Kernidee des PM ist die Interaktion aus Monitoring und Coaching. Diese Idee konnte laut aller Rückmeldungen von den beteiligten Sportlern sehr gut umgesetzt werden. Nach ihren Aussagen zeigte das erneute und sehr bewusste Nachdenken über die eigenen Prozesse, um sie korrekt dokumentieren zu können bereits Auswirkungen. Die Sportler berichteten eine gesteigerte Bewusstheit für das eigene Handeln, für konkrete Ziele und Teilziele in den darauffolgenden Trainings sowie daraus entstehende Motivation und eine bessere Stabilität dieser Erkenntnisse. Aus ihrer Sicht steigerte sich dadurch die individuelle Trainingsqualität. Auffällig war v. a. eine vermehrte Beschäftigung mit sportpsychologischen Prozessen auf Seiten der Sportler und Trainer, eben durch die Möglichkeit der Quantifizierung sonst sehr vage bleibender Prozesse. Die ursprüngliche Idee, die erfassten Informationen im sportpsychologischen Beratungsprozess zu nutzen, konnte wie geplant umgesetzt werden. Die von Sportler und Trainerseite berichtete gesteigerte Trainingsqualität aufgrund von bewusster Auseinandersetzung mit den mentalen Prozessen in Wettkampf und Training war das zweite sehr positive Ergebnis dieser Praxiserprobung. Neben den bereits erwähnten inhaltlichen und prozesshaften Ergebnissen lassen sich folgende technische Ergebnisse des Projekts festhalten: - Die Dateneingabe durch den Sportler läuft problemlos. - Die Daten können sowohl zeitnah nach dem Training oder Wettkampf über ein mobiles Endgerät eingegeben werden oder auch später über einen PC. Der Sportler muss dazu online sein. Die mögliche Alternative, den PM als offline verwendbare App umzusetzen, war im Rahmen dieses Projektes technisch wie auch aus Datenschutzgründen zu aufwendig. Da aber die WLAN-Abdeckung in Trainingsstätten oder Hotels sowie die individuellen Internetzugangsmöglichkeiten Standard geworden sind, stellte dies in der Praxiserprobung kein Hindernis dar. Die Eingabe, Übertragung und Speicherung sowie der Abruf und Export der Daten funktionieren in einer Basisversion, die eine Grundfunktionalität abdeckt. Diese Basisfunktionen bis zur Auswertung sind umgesetzt, v. a. hinsichtlich der Auswertung aufgrund des unerwartet hohen Programmieraufwandes allerdings noch im Pilotstatus. Demonstriert wurde die prinzipielle Machbarkeit. Die Usability und direkte Rückmeldung der Ergebnisse an den ausfüllenden Sportler sollten weiter verbessert werden. Mit dem PM liegt ein potentes Tool vor, das v. a. durch die Einbeziehung der Sportler in die Entwicklung bereits jetzt hohe Akzeptanz und starke Praxisorientierung vorweisen kann. Im Zielbereich der allgemeinen Evaluation in der Breite der betreuten Mannschaften in Ski Alpin und Biathlon konnten aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten die angestrebten Ziele nur teilweise erreicht werden. Insgesamt steht mit dem PM nun ein Tool zur qualitativen Weiterentwicklung der Prozesse in der sportpsychologischen Betreuungsarbeit zur Verfügung, das grundsätzlich auch in anderen Sportarten eingesetzt werden kann. Perspektivisch könnte es online anderen in der Praxis tätigen sportpsychologischen Expertinnen und Experten zur Verfügung gestellt werden, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
© Copyright 2018 BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2017/18. Опубликовано по Eigenverlag. Все права защищены.

Библиографические подробности
Предметы:
нотация:наука о тренировке спортивные игры молодежный спорт
Опубликовано в::BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2017/18
Язык:немецкий
Опубликовано: Bonn Eigenverlag 2018
Online-ссылка:https://my.page2flip.de/15646901/16713668/16713670/html5.html#/224
Страницы:223-228
Document types:статья
Уровень:продвинутый