Implementierung der sportpsychologischen Betreuung in die deutsche Skilanglauf Nationalmannschaft (DSV)
Die sportpsychologische Betreuung, als ein wichtiges Puzzlestück für internationale Spitzenleistungen, wurde in den letzten Jahren in immer mehr Wintersportarten erfolgreich und nachhaltig implementiert. Ziel des Projekts war eine systematische und schrittweise Etablierung der Sportpsychologie in die Disziplin Skilanglauf. Im engeren Sinne ist damit der Aufbau einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung zwischen Sportpsychologe/-psychologin und Athleten bzw. Athletinnen, das Erfassen des IST-Zustandes psychologischer Parameter in Form von Diagnostik wie auch Trainings- und Wettkampfbeobachtungen und letztlich daraus resultierendes Trainings- und Wettkampfbegleitendes Coaching für Sportlerinnen und Sportler und Trainer gemeint. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine funktionale Arbeitsbeziehung zwischen Sportpsychologe/-psychologin und Trainer sowie Aktiven aufgebaut wurde. Dies ist für die weitere Zusammenarbeit eine elementare Grundlage. Durch eine allgemeine Wissensvermittlung und Aufklärung zur Sportpsychologie fanden die Athleten/innen bzw. Athleten und Trainer einen Zugang zur Thematik. Den Sportlerinnen und Sportlern wie auch den Trainern wurde die Sportpsychologie als eine weitere Ressource nähergebracht. Im Sinne einer vertrauensvollen Arbeitsbeziehung konnte die sportpsychologische Betreuung aufgenommen werden. Durch eine umfangreich durchgeführte Diagnostik wie auch das Erfassen der individuellen Eingangssituation wurde im späteren Verlauf das Ableiten von problemorientierten Lösungsansätzen möglich. Basierend auf den diagnostischen Ergebnissen wurde in Phase II ein trainings- und wettkampfbegleitendes Coaching der Sportlerinnen bzw. Sportler und Trainer durchgeführt. Die Trainer haben bei der Umsetzung sportpsychologischer Trainingsformen Unterstützung erhalten. Des Weiteren wurden sportpsychologische Parameter in die Trainingssteuerung integriert. Die Umsetzung des Betreuungsprojekts wird als erfolgreich betrachtet. Das Ziel des Projekts, die Implementierung der Sportpsychologie in die Strukturen der Skilanglaufnationalmannschaft, wurde erfüllt. Die erzielten Leistungen der Sportler und Sportlerinnen in der Saison 2015/16 können als positiv beurteilt werden. Die Umstrukturierung im Bereich Skilanglauf scheint unter anderem durch die Implementierung der Sportpsychologie in Bezug auf die Leistungserbringung sukzessive Erfolge zu verzeichnen. Wenn auch der Anteil einer sportpsychologischen Betreuung am Erfolg nicht gemessen werden kann, wurde diese sowohl von den Sportlern und Sportlerinnen als auch von den jeweiligen Trainern als positiv bewertet. Nachdem die sportpsychologische Betreuung erfolgreich initiiert wurde, gilt es nun, die eingeführten Abläufe zu festigen und in eine nachhaltige Anwendung zu überführen. Ziel ist es, die Sportpsychologie als eine stabile und andauernde Ressourcen-Nutzung in den Trainings- und Wettkampfalltag der Aktiven und Trainer zu transferieren. Durch eine effiziente, langsame und kontinuierliche Anpassung in das Gefüge des Deutschen Skiverbandes kann die notwendige Stabilität aufgebaut werden. Wie auch in den Betreuungsprojekten Skisprung und Biathlon soll die nachhaltige Anwendung der Sportpsychologie im Skilanglauf gesichert werden. (vom Autor übern. gek.)
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2016/17 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hellenthal
Sportverlag Strauß
2018
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| Online-Zugang: | http://my.page2flip.de/2895682/14185088/14185117/html5.html#/209 |
| Seiten: | 207-209 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |