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Feldstudie zu biomechanischen Einflussgrößen in ausgewählten Skilanglauf-Techniken

(Field study on biomechanic parameters influencing different techniques in cross-country skiing)

Ein Hauptanliegen dieser Arbeit ist die Entwicklung einer mobilen Messmethodik für den Skilanglauf, mit deren Hilfe in der Praxis dynamographische Untersuchungen durchgeführt werden können. Eine Explorationsstudie beschreibt die notwendigen signaltheoretischen Voraussetzungen, um objektive Messdaten erfassen zu können. Darüber hinaus werden Parameter identifiziert, die zur Technikanalyse herangezogen werden können. Es steht eine Messmethodik zur Verfügung, die es erlaubt, unter wettkampfnahen Bedingungen Bodenreaktionskräfte des Ski in allen drei Dimensionen zu erfassen. Dazu werden noch durch einen Messaufnehmer die vertikalen Bodenreaktionskräfte der Stöcke gemessen. Aufgrund der Bestimmung der vorliegenden Kraftwerte und deren Signalanteile während des Skilanglaufs, kann die genaue Auslegung der gesamten Messmethodik festgelegt werden. Für eine anschließende Analyse von Sekundärgrößen (Impuls) erweist sich für alle erfassten 16 Messkanäle eine Abtastrate von jeweils 200 Hz als ausreichend. Bei der Analyse der Messdaten stellt es sich als großer Vorteil heraus, die Vertikalkraft in verschiedene Bereiche einteilen zu können. Es ergeben sich für die Kraftverteilung bzgl. Innen- und Außenkante sowie Ferse und Ballen deutliche Unterscheidungsmerkmale im intra- und interindividuellen Vergleich. Deshalb erscheint die Regulationsbewegung des Kraftangriffspunktes als ein wichtiges Technikkriterium und die Erfassung dieses Parameters als gerechtfertigt. Es sind vier Feldstudien durchgeführt worden, die zur Überprüfung von intra- und interindividueller Variabilität dienen. So können die erfassten Parameter innerhalb einer Technik und eines Probanden als relativ stabil angesehen werden. Allerdings sind hier Unterschiede zwischen den Schwankungen um die Lateral- und Sagittalachse zu finden. Es wird auch der hohe Einfluss der Stockkräfte deutlich, so dass diese für eine genaue Analyse der Lauftechniken immer mit einbezogen werden müssen. Dabei ist es neben der reinen Dauer der Bodenkontaktphase wichtig, die produzierte Kraft bzw. den Impuls zu mit zu berücksichtigen. Für das Trainingsgerät Skiroller ist die veränderte Lageregulation in der Horizontalebene zu berücksichtigen. Durch den anders verteilten Einsatz bzgl. Vor-/Rücklage und Innen-/Außenkante- 124 - ergeben sich natürlich Technikveränderungen, die bei einem Wechsel der Trainingsmittel berücksichtigt werden müssen. Die durchgeführten Feldstudien zeigen, dass für den Bereich Skilanglauf eine Messmethodik entwickelt wurde, die im Sinne einer Schnellinformation die Technikanalyse wirkungsvoll unterstützen kann. Dafür ist es wichtig, geeignete Parameter auszuwählen, mit deren Hilfe die Technik in ihren verschiedenen Ausprägungen möglichst exakt zu beschreiben ist. Dabei ist immer der schmale Grad zwischen Messpräzision und Rückwirkungsfreiheit zu begehen. Allerdings kann durch solche dynamographische Untersuchungen die Objektivität der Diagnostik gesteigert werden. In einigen Bereichen ist es hierdurch sogar erst möglich, spezielle Aspekte zu identifizieren, die sich sonst dem visuellen Eindruck des Beobachters entziehen. Durch die gewonnenen Erkenntnisse ergeben sich aber auch viele neue Fragen, die in weiteren Untersuchungen geklärt werden müssen. So ist eine interessante Frage die nach dem Einfluss der Ermüdung auf spezielle Parameter. Hierzu können z. B. physiologische Messgrößen eine wichtige Ergänzung darstellen, um die Belastungssituation zu objektivieren. Es ist bereits an anderer Stelle auf den Unterschied zwischen einer ortsfesten und der hier genutzten mobilen Kraftmesseinrichtung beschrieben worden. Beide Systeme haben ihre Stärken und Schwächen. Man sollte versuchen, diese in einer gemeinsamen Untersuchung einzusetzen. Dadurch könnte man neben einer Lageregulation bezogen auf das Bezugssystem Ski auch den ortsfesten Kraftvektor beschreiben, der ja für die Vortriebsgeschwindigkeit maßgeblich ist. Eine Unterstützung durch kinematographische Methoden könnte auch klären, wie sich die dynamischen Größen im Einzelnen auswirken. So würde auch die Lage der einzelnen Körpersegmente im Raum und zueinander das Bild immer feiner auflösen. Die in diesen Feldstudien gewonnenen Ergebnisse geben auf jeden Fall Anlass zu weiteren Untersuchungen in dieser Richtung. (Autorreferat)
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Naturwissenschaften und Technik
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bochum Ruhr-Universität Bochum, Fakultät Sportwissenschaft 2002
Online-Zugang:https://d-nb.info/965492826/34
Seiten:146
Dokumentenarten:Dissertation
Level:hoch