Fremtidens fart er enkeldans
Interview mit dem bei der norwegischen Leistungsorganisation Olympiatoppen angestellten Trainingswissenschaftler Audun Svartdal zur Lauftechnik im Hochleistungsbereich des Skilanglaufs. Er ist für das Techniktraining von sechs norwegischen Nationalmannschaften verantwortlich. Letztlich ist er dafür zuständig, dass in allen Auswahlmannschaften die gleichen leistungsdiagnostischen Verfahren eingesetzt werden. Außerdem koordiniert er die wissenschaftlichen Aktivitäten im Skilanglauf der Norwegischen Sporthochschule Oslo, der Technischen Universität Norwegens in Trondheim und der HiO in Lillehammer. Seine Aussagen konzentrieren sich auf die Skatingtechnik. "Die Führhand-Skatingtechnik hat Grenzen, in ebenen Geländeabschnitten erreicht man mit der 1:1 Skatingtechnik eine höhere Geschwindigkeit, aber der Lauf mit der 1:2 Skatingtechnik mit Armschwung kann zu der Technik werden, mit der man in der Zukunft eine noch höhere Geschwidgkeit erzielen kann." Zukünftig wird es seiner Meinung nach noch wichtiger sein, den "Körperschwerpunkt nach vorn und höher zu verlagern" Hier haben die norwegischen Läufer gesündigt. Außerdem gab es im Land zu wenig Loipen, auf denen Skating trainiert werden konnte und war die Trainingsintensität im Techniktraining zu niedrig. Das hat dann zu den bescheidenen Ergebnissen der Norweger in der freien Technik geführt. Ole Einar Björndalen war ja ein exponierter Vertreter der 1:1 Skatingtechnik... Und die Sprinter sind natürlich an eine rmaximalen Laufgeschwindigkeit interessiert. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn ist auch Thomas Alsgaard mit 1:2-Technik gelaufen und hat damit Erfolge erreicht. Aber bevor eine solche Technik wirklich beherrscht wird, muss viel gearbeitet werden - insbesondere, wenn sie auch dann noch gut sein soll, wenn man unter Ermüdungserscheinungen leidet. Auf dem Hochleistungsniveau müssen wir Norweger wohl noch zwei weitere Jahre warten, bis die Technik perfekt beherrscht wird. Dazu müssen aber alle Antipathien beiseite gelegt werden. Es muss eine offene Diskussion geführt werden, in deren Verlauf auch Korrekturen vorgenommen werden. Und man muss auch bedenken, dass es nicht ausreicht, die Techniken im Training zu beherrschen. Wichtig ist, dass sie unter Wettkampfbedingungen mit Tempoverschärfungen und unter taktischen Gesichtspunkten genutzt werden können. Man muss Frequenzveränderungen verkraften wie auch einen kontinuierlichen Lauf mit konstant hoher Geschwindigkeit - und das sowohl an der Spitze des Feldes oder weiter hinten im Feld. Auch die Wahl der Spur kann Bedeutung haben, wenn es darum geht, Sekunden durch technische exzellentes Laufen einzusparen oder das Tempo beim Lauf am Berg so gut wie möglich für die Abfahrt "mitnehmen" zu können. Gerade auch in den Abfahrten ist die Wahl der besten Spur wichtig, um eine perfekte Ausgangslage für die folgenden Streckenteile zu besitzen und dort nicht zusätzliche Meter laufen und Kräfte einsetzen zu müssen. Zunehmende Bedeutung gewinnt die Wahl der Lauftechnik entsprechend der jeweils aktuellen Laufgeschwindigkeit. Und zunehmend wird Training unter wettkampfähnlichen Geländebedingungen absolviert. Endlich hat sich auch das seit vielen Jahren bei den konkurrierenden Ländern gängige Skirollertraining auch bei den Norwegern durchgesetzt."
Seine Aufgabe besteht ab dieser Saison darin, kontinuierlich das Techniktraining zu führen und zu analysieren. Dazu hat auch die Arbeit mit Videoaufnahmen eine ganz neue Bedeutung erlangt."Es geht darum, gewusst einzelne Bereiche zu untersuchen und die Stärken und Schwächen der Läufer zu analysieren. In erster Linie sollen die Stärken unserer Läufer ausgebaut und erkennbare Schwächen bekämpft werden. Wir werden aber auch immer darauf achten, was die internationale Konkurrenz an Neuigkeiten und Verbesserungen zu bieten hat."
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | endurance sports training science |
| Tagging: | Skatingtechnik |
| Published in: | Skisport |
| Language: | Norwegian |
| Published: |
2008
|
| Issue: | 8 |
| Pages: | 34-35 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced intermediate |