Identifizierung leistungsbestimmender Merkmale des Sprungaufschlages im Sportspiel Volleyball in Training und Wettkampf
Die Qualität und Quantität des Aufschlagverhaltens in der 1. Bundesliga ist durch eine hohe Variationsbreite gekennzeichnet: Der Aufschlag kann aus dem Stand oder im Sprung ausgeführt und mit (Tennisaufschlag) oder ohne Effet (Flatteraufschlag) geschlagen werden. Der Aufschlag stellt das spieleinleitende Element im Sportspiel Volleyball dar, das als erste Angriffshandlung bewertet werden kann. Im Spitzensport wird der Aufschlag als spielentscheidende Technik beschrieben wie eine Reihe an Untersuchungen belegen (Alberda 1995, Langolf 2000, Papageorgiou & Spitzley 2010). Der Sprungaufschlag als effektivste Technik (vgl. Papageoriou, 2006, S.76) ist ein komplexes Phänomen, dessen Bewegungsablauf durch eine Reihe qualitativer und quantitativer Merkmale determiniert wird. Das Ziel der Arbeit ist es, Leistungsmodelle für den Sprungaufschlag im Volleyball zu entwickeln. Im Zentrum des Interesses steht die Wirksamkeit der Leistungsfaktoren im Zusammenhang mit ihren Erscheinungsformen im technischen Bewegungsablauf. Die sportliche Entwicklung der Leistungssportler wird in Training und Wettkampf im Längsund Querschnitt untersucht. Es soll analysiert werden, ob die Effizienz des Sprungaufschlages im Sportspiel Volleyball durch die Leistungsvoraussetzungen und die Bewegungsgeschwindigkeit signifikant beeinflusst wird. Es können drei Problemkreise aufgezeigt werden:
(1) Einfluss der konditionellen und anthropometrischen Faktoren auf Bewegungsparameter
(2) Einfluss der Bewegungsparameter auf die Effektivität in Training und Wettkampf
(3) Stellenwert der Geschwindigkeitsparameter im Bewegungsablauf
Gegenstand der Untersuchung ist die empirische Analyse der komplexen Leistungsstruktur des Sprungaufschlages bei männlichen Hochleistungssportlern ausgehend von der zeitlichen Komponente. Die Probanden der Untersuchungsgruppe sind Spitzensportler des Bundesligisten Chemie Volley Mitteldeutschland, die sich durch ein hohes Leistungsniveau auszeichnen. Im Prozess der Bewegungsautomatisierung befinden sich die Sportler auf der höchsten Stufe der motorischen Technikentwicklung. Auf dieser Ebene des motorischen Leistungsniveaus sollen insbesondere Geschwindigkeitsparameter sowie deren Wechselwirkungen in Training und Wettkampf erforscht werden. Begleitend werden konditionelle Leistungsvoraussetzungen untersucht, um die komplexe Leistungsstruktur des Sprungaufschlages abzubilden. Die Größe der Untersuchungsgruppe sowie die interindividuellen Unterschiede der Probanden in der Technikausführung (Schlagtechnik, Sprungtechnik), eine hohe Variationsbreite des Automatisierungsgrades der Technik und die unterschiedlichen Voraussetzungen der anthropometrischen Parameter und des konditionellen Leistungsniveaus begründen die Auswahl der Studie als Einzelfallanalyse. Diese ist als Zustands-, Prozess- und Strukturanalyse angelegt und wird folglich im Längs- und Querschnitt untersucht. Es werden innerhalb der Mesozyklen ausgewählte exogene und endogene Leistungsfaktoren betrachtet. Die Erfassung der konditionellen Parameter erfolgt über sportmotorische Tests, die die Ergebnisse in den Bereichen Sprungkraft, Schnellkraft der oberen Extremitäten, Beweglichkeit des Schultergürtels sowie spielspezifischer Ausdauer erfassen. Begleitend werden anthropometrische Werte erhoben sowie ein psychologischer Test zur Wettkampfangst durchgeführt. Qualitative und quantitative Daten des Sprungaufschlages werden in Training und Wettkampf mit Hilfe videometrischer Analysen und einem Spielanalysesystem erhoben. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen qualitative und quantitative Merkmale des Sprungaufschlages sowie die Wechselwirkung mit konditionellen Parametern, deren Wirkungsweise besonders im Wettkampf abgebildet werden soll. Ziel ist es, Rückschlüsse auf korrelative Zusammenhänge der Geschwindigkeitsparameter und der Effektivität im Wettkampf zu ziehen, um die komplexe Leistungsstruktur des Sprungaufschlages aufzuzeigen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Spielsportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Frankfurt/Main
Universität Magdeburg
2015
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| Online-Zugang: | http://d-nb.info/1075547490 |
| Seiten: | 169 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |