Stressbewältigung im Fechtsport. Eine empirische Untersuchung der subjektiven Theorien, des Belastungserlebens und des Bewältigungsprozesses von Fechtern in kritischen Wettkampfsituationen
Der Autor befasst sich mit Möglichkeiten der Stressbewältigung im Grenzbereich menschlicher Leistungsfähigkeit am Beispiel der Sportart Fechten. Dazu kennzeichnet er eingangs den aktuellen Stand der Forschung zum Stress, seiner Entstehung und zu Strategien seiner Bewältigung. Im Zusammenhang damit werden verschiedene theoretische Modelle vorgestellt, die für die Themenbearbeitung von besonderer Bedeutung waren:
- das Stressorenmodell (Filip 1981) und
- das Reaktionsmodell (Cannon 1929, Selye 1981).
Außerdem sind die kognitionspsychologischen Ansätze von Kratzer (1991) aus der Sportpsychologie für die Auseinandersetzung mit Stress in einer Sportart mit hohen feinmotorischen und koordinativen Anforderungen wie im Fechten bedeutsam gewesen.
Inhaltlich befasst sich die Arbeit mit der Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Einflussfaktoren bestimmen aus der Sicht des Fechters den Wettkampfverlauf?
- Welche Bedeutung hat die Einflussnahme durch den Trainer?
- Wie bewerten die Fechter die Belastung in kritischen Wettkampfsituationen und was repräsentiert für sie eine solche Situation?
- Welche Stressbewältigungsstrategien wählen die Fechter vor und während dem Wettkampf?
- Gibt es signifikante Unterschiede in der Anwendung von Stressbewältigungsstrategien hinsichtlich Geschlecht, Alter, Waffengattung und Leistungsniveau der Fechter?
Als Untersuchungsmethode wurden die Videoselbstkonfrontation mit Interviews und sportartspezifische Fragebögen gewählt.
Im Ergebnis werden verschiedene Faktoren herausgestellt, die von besonderer Bedeutung für den erfolgreichen Umgang mit Stress sind:
- Selbstvertrauen
- Kampfgeist
- Konzentrationsfähigkeit
- eine lockere, spielerische Einstellung zur Problemstellung.
Außerdem kristallisierte sich heraus, dass es deutliche Unterschiede in der Problembewältigung zwischen der Phase vor dem Wettkampf und während der Gefechte gibt. Dabei zeigte sich, dass problemlösende Strategien Vorrang gegenüber emotionsregulierenden Strategien genießen.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sozial- und Geisteswissenschaften Kampfsportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hamburg
Kovac
2003
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| Seiten: | 298 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | mittel |