Update Höhentraining. Physiologie, Konzepte, Empfehlungen

(Update altitude training. Physiology, concepts, recommendations)

Zielstellung des Artikels Das Leben und Trainieren auf unterschiedlichen Höhenlagen, mit den daraus resultierenden Auswirkungen auf den Körper des Leistungssportlers ist seit den Olympischen Spielen von Mexiko 1968 in das Interesse der Trainings- und Wettkampfsteuerung gerückt. Mit Beginn der 90er Jahre begann eine weltweit intensive Forschung zur Thematik Höhentraining. Mit Blick auf die internationale Fachliteratur bzw. der Datenbank Pubmed finden sich zum Suchbegriff "altitude training" im Jahre 1990 gerade einmal 23 Studien, demgegenüber stehen 305 Studien im Jahre 2020. Für diese Zusammenstellung wurden Einzelstudien, Reviews sowie Fachbücher der Höhenmedizin und der Belastungsphysiologie verwendet. Höhentraining ist im Ausdauersport weiterhin sehr populär, jedoch ist die Wirkung individuell verschieden, manchmal sogar umstritten. Einerseits werden durch den Höhenreiz echte physiologische Reaktionen ausgelöst, aus denen nicht zwangsläufig Leistungsverbesserungen resultieren, andererseits machen Wettkämpfe in der Höhe eine Höhenvorbereitung im Sinne der Akklimatisation unverzichtbar. Vor dem Hintergrund, dass die Skilanglaufwettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen in Peking 2022, die auf einer Meereshöhe von 1640 - 1963m stattfinden werden (National Cross-Country Skiing Centre Zhangjiakou, ca. 180km nordwestlich von Peking), ist es notwendig, die Thematik Höhentraining erneut in den Fokus der Überlegungen zu rücken. Die folgenden Inhalte beziehen sich zum größten Teil auf die Höhenregionen der geringen bis mittleren Höhen, die eine definitionsgemäße Variation von 500 - 2000m bzw. 2000 - 3000m aufweisen. Dieser Artikel ist in zwei Hauptbereiche gegliedert. So wird im ersten Teil das Verhalten und die Reaktionen physiologisch relevanter Parameter bei Ankunft oder längerem Aufenthalt in mittleren Höhenlagen aufgezeigt. Im zweiten Teil soll das Manuskript literaturbasierte, trainingsmethodische sowie praxisorientierte Erkenntnisse oder Einblicke zu den gängigen Konzepten als auch zu neuen Tendenzen und Entwicklungen im Höhentrainings geben. Es werden Empfehlungen zur Strukturierung eines Höhentrainings inkl. Vor- und Nachbereitungsphase (für die Sportart Skilanglauf) vorgestellt. Für einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn wurden vereinzelt Studien aus der nahestehenden Sportart Laufen oder aus dem Radsport herangezogen. Im Folgenden ausgenommen sind die Ausdauerportarten Schwimmen / Rudern / Kanu sowie die Mannschafts- und Kraftsportarten, da hier oftmals andere sportartspezifische Herangehensweisen und Auffassungen bestehen. Am Ende einzelner Abschnitte / Teilabschnitte werden kurze "Merke-Fakten", Beispiele oder Tipps, für den Praxisalltag formuliert. Autorreferat
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science biological and medical sciences endurance sports
Language:German
Published: Leipzig IAT 2021
Pages:50
Document types:literature analysis
Level:advanced