Leistungsdiagnostik im Reitsport - eine Bestimmung des Status quo

(Testing protocols for rider fitness - where we are - where to go)

Die wechselseitige Abhängigkeit sportlicher Leistungsfähigkeit und der zu ergreifenden Maßnahmen der Verletzungs- und Überlastungsprophylaxe der Athleten ist sportmedizinisch unzweifelhaft. Der Reitsport steht, durch die Interaktion von Reiter und Pferd als zwei einzelne Bewegungssysteme, vor besonderen Herausforderungen. Beleuchtet man den Status quo der Leistungsdiagnostik im Kontext der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur, zeigt sich, dass die Zusammenhänge bisher nur in Teilaspekten untersucht und aufgeklärt sind. Eine Analyse der motorisch relevanten Basisqualitäten Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit, sowie die Körpersymmetrie sind standardisiert und zur Definition des körperlichen Fitnessniveaus geeignet. Unbenommen der Wichtigkeit einer Grundathletik lassen sich Erkenntnisse hinsichtlich reitsportspezifischer Bewegungsabläufe hieraus nur indirekt ableiten. Die zentrale Bedeutung der Bewegungskontrolle in Form von Balance begründet eine parallel notwendige Entwicklung von Test- und Trainingsverfahren bekannter Reliabilität und Validität zur Erfolgskontrolle. Die reitsportspezifische Komplexität der koordinativen Bewegungssteuerung und -synchronisation, mit einer Vielzahl extrinsischer und intrinsischer Faktoren, stellt die beteiligten Sportmediziner und Sportwissenschaftler vor mehr offene als gelöste Fragestellungen.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:technical sports biological and medical sciences
Published in:Sport-Orthopädie - Sport-Traumatologie
Language:German
Published: 2020
Online Access:https://doi.org/10.1016/j.orthtr.2020.10.010
Volume:36
Issue:4
Pages:326-334
Document types:article
Level:advanced