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Untersuchung der Hämoglobinmenge bei Kenianischen Mittel- und Langstreckenläufern

Lange wurde vermutet, dass kenianische Läufer in Langstreckendisziplinen deshalb dominieren, weil sie aufgrund Ihrer Höhenadaptation, dem umfangreichen Training und der genetischen Selektion den Sauerstofftransport zu den Muskeln optimiert hätten. Entgegen der weit verbreitenden Meinung ist der Sauerstofftransport der kenianischen Läufer gegenüber deutschen Läufern nicht verbessert. Die totale Hämoglobinmenge, das Blutvolumen sowie die Herzgröße, die den Sauerstofftransport hauptsächlich determinieren, entsprechen den Werten der Deutschen. Eine Anpassung kenianischer Läufer an Flachlandbedingungen verschlechtert den Sauerstofftransport ab der 3. Woche jedoch deutlich. Die dennoch überlegene Leistungsdominanz ist auf eine verbesserte Laufökonomie zurückzuführen, die sich in einem geringeren Sauerstoffverbrauch bei höheren Geschwindigkeiten äußert. Ursächlich hierfür sind u. a. der geringere BMI sowie der geringere Wadenumfang. Für deutsche Athleten ist aus diesen Ergebnissen abzuleiten, dass Höhentraining zur Steigerung der Hämoglobinmenge zeitlich so geplant werden sollte, dass die positiven Effekte eines verbesserten Sauerstofftransportes auch genutzt werden können, d. h. die Rückkehr ins Flachland sollte nicht länger als 3 Wochen vor dem Wettkampf liegen. Darüber hinaus sollte ein optimales Verhältnis zwischen Körpergewicht und Laufleistung gefunden werden.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Ausdauersportarten
Tagging:Hämoglobinmasse
Veröffentlicht in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2007/08
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Bonn 2008
Online-Zugang:http://www.bisp.de/cln_099/nn_113306/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb__200708__Artikel/Schmidt__31,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/Schmidt_31.pdf
Seiten:31-46
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch