Leistungsdiagnostik im Schwimmsport: Vergleich zweier spiroergometrischer Belastungsprotokolle- Laufbandrampentest vs. Schwimmbanktest
(Performance diagnostics in swimming: comparison of two spiroergometric load protocols - treadmill ramp test vs. swimming bench test)
Leistungsdiagnostik im Schwimmsport wird häufig auf sportartunspezifischen Ergometern an Land durchgeführt, da die Realisierung im Medium Wasser mit grossem technischem Aufwand verbunden ist. Damit lässt sich aber lediglich eine Aussage über die allgemeine kardiopulmonale Leistungsfähigkeit der Schwimmer treffen. Das Ziel der Studie war es zu untersuchen, ob sich ein zweiminütiger Kraftausdauertest auf dem sportartspezifischeren Schwimmbankergometer mit Spirometrie besser zur Leistungsdiagnostik im Schwimmsport an Land eignet als die routinemasig eingesetzte Laufbandergometrie sowie die Relevanz beider Belastungsverfahren im Bezug zur tatsachlichen Leistungsfähigkeit im Wasser zu überprüfen.
Zu diesem Zweck absolvierten 26 leistungsorientierte Schwimmer (Alter: 16,3 3,2 Jahre; 17 Frauen und 9 Männer) jeweils einen standardisierten Laufbandrampentest bis zur subjektiven Ausbelastung und einen zweiminutigen Schwimmbankergometertest auf Widerstandsstufe 5 (Abrollgeschwindigkeit 1,86 m/s). Es erfolgte die Erhebung von spirometrischen Daten, Herzfrequenz, Laktat nach Ende der Belastung sowie der Zugfrequenz und der geleisteten mechanischen Arbeit auf der Schwimmbank. Zuvor hatten alle Schwimmer an einen Wettkampf auf der 25m-Bahn mit hohem Stellwert teilgenommen. Um eine Vergleichbarkeit der dort erreichen Schwimmzeiten zu erhalten wurden diese anhand der DSV-Wertetabelle in Punktwerte umgerechnet und die erzielten Punktwerte als Parameter fur die momentane schwimmerische Leistungsfähigkeit herangezogen. Die wesentlichen Ergebnisse lauten: Es lässt sich ein signifikanter Zusammenhang bei der maximalen Sauerstoffaufnahme auf der Schwimmbank und der tatsächlichen
Schwimmleistung nachweisen (Frauen p . 0,05; Manner p . 0,01). Bei der maximalen Sauerstoffaufnahme auf dem Laufband konnte lediglich bei den Männern einen Zusammenhang mit der Schwimmleistung gefunden werden (p . 0,05).
Die Probanden realisierten auf der Schwimmbank ca. 60% ihrer maximalen Sauerstoffaufnahme vom Laufband (Manner SB: 2624 ml/min, LB: 4300 ml/min; Frauen SB: 1875,1 ml/min, LB: 2924,7 ml/min). Es wird deutlich, dass Schwimmer, welche ein hohesVO2max auf dem Laufband erreichen, auch eine hohe Sauerstoffaufnahme auf der Schwimmbank aufweisen. Somit kann eine hohe allgemeine kardiopulmonale Ausdauer als Grundlage für die spezifische Ausdauer angesehen werden.
Auf der Schwimmbank kommt es zu einer geringeren maximalen Herzfrequenz als auf dem Laufband, bedingt durch die horizontale Korperlage und den Einsatz einer kleineren Muskelgruppe. Die erreichten Laktatwerte unterscheiden sich bei beiden Tests nicht signifikant. Die auf der Schwimmbank zusatzlich erhobene mechanische Leistung kann ebenfalls zur Leistungsdiagnostik herangezogen werden. Es zeigt sich ein hoher Zusammenhang zwischen der
Schwimmleistung und der erreichten Kraftleistung (Männer und Frauen p . 0,01).
Die vorliegenden Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass sich der zweiminutige Schwimmbanktest zur Leistungsdiagnostik heranziehen lässt und eine hohere Aussagekraft hat als der Laufbandrampentest. Aufgrund des schwimmspezifischen Belastungsmuster der Hauptantriebsmuskulatur auf der Schwimmbank lassen sich schwimmtrainingsspezifischere Anpassungserscheinungen eher erfassen. Hinzu kommen ein geringerer Zeitaufwand sowie geringere Anschaffungs- und Wartungskosten fur die Spiroergometrie auf der Schwimmbank.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences endurance sports |
| Language: | German |
| Published: |
Köln
Universität Köln
2010
|
| Online Access: | http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:38m-0000002143 |
| Pages: | 70 |
| Document types: | dissertation |
| Level: | advanced |