Schadet Marathonlaufen dem gastrointestinalen System?

(Potentially detrimental effects of Marathon running on gastrointestinal system)

Belastungsinduzierte gastrointestinale Beschwerden sind seit geraumer Zeit vor allem von Langstreckenläufern bekannt. Trotz ihrer recht hohen Inzidenz und ihrer großen Bedeutung in der medizinischen Praxis gehört der Gastointestinaltrakt nach wie vor zu den Randgebieten der sportmedizinischen Forschung. Gerade Läufer leiden häufig an Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, einer Refluxsymptomatik oder der sogenannten Läuferdiarrhoe mit teilweise mikrooder sogar makroskopischen Blutungen. Bei einem großen Teil der Athleten ist ihr Auftreten so stark ausgeprägt, dass sie als trainingsbeeinträchtigend und zum Teil als leistungslimitierend beschrieben werden. Die Einflussfaktoren auf ihre Entstehung sind sehr vielschichtig und reichen von Alter und Geschlecht über Qualität und Quantität der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme bis hin zu Trainingsintensität und -umfang. Die pathophysiologischen Mechanismen, die hinter der Entstehung dieser Beschwerden stehen, sind bis dato nicht vollständig geklärt. In den vergangenen Jahren lag der Schwerpunkt der Forschung vor allem auf Faktoren, wie neurohormonellen Veränderungen, Alterationen der Magen-Darm-Motilität sowie möglichen mechanischen Komponenten. Neuere Daten zeigen, daß es vermutlich der belastungsinduzierte Durchblutungsshift mit konsekutiver Minderperfusion des enteralen Gefäßsystems ist, der zur Erhöhung der gastrointestinalen Permeabilität mit mehr oder weniger ausgeprägtem Gewebeschaden führt. Schließlich werden in der vorliegenden Arbeit noch Handlungsempfehlungen aus medizinischer, trainingswissenschaftlicher und ernährungsphysiologischer Sicht thematisiert, die auf die Prävention und Therapie belastungsinduzierter gastrointestinaler Beschwerden zielen.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:endurance sports biological and medical sciences
Published in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Language:German
Published: 2011
Online Access:http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/externe_websites/ext.dzsm/content/archiv2011/heft09/spomed_9_11_pdfe/304_uebersicht_mooren.pdf
Volume:62
Issue:9
Pages:304-309
Document types:article
Level:advanced