Schwimmen wie ein Fisch - ein brauchbares Konzept für Schwimmer?
Auf dieser Website publizierten wir im August 1998 den vom australischen Wissenschaftsjournalisten Daniel Drollette verfassten Artikel "Swim Like a Fish" aus dem britischen Wissenschaftsmagazin "New Scientist". 10 Jahre später kann man mit gutem Gewissen sagen, der Artikel ist immer noch aktuell.
Dieser Artikel war bis jetzt nur auf Englisch verfügbar. Auf Grund des großen Interesses haben wir ihn auf Deutsch übersetzt.
Daniel Drollette befasst sich mit der brennenden Frage, ob es einen anderen Weg gibt schneller zu schwimmen als nur den Antrieb mit möglichst viel trainieren zu verbessern. Touretski, Popov und nach ihnen eine Vielzahl von SchwimmerInnen haben gezeigt, dass dies durch Reduktion des Wasserwiderstandes möglich ist. Man kann dem auch etwas salopp "Schwimmen wie ein Fisch" sagen, weil Fische - vor allem schnelle - sowohl den Widerstand als auch den Antrieb optimiert haben. Schwimmer müssen versuchen, dem Wasser möglichst wenig Widerstand zu bieten, um den Antrieb möglichst effizient zu nutzen.
Das Prinzip "Schwimmen wie ein Fisch" erscheint auf den ersten Blick einleuchtend. Wir sind aber keine Fische. Wörtlich genommen ist der Slogan völlig falsch. Wir können unseren Körper und die Gliedmassen nicht wie Fische bewegen. Aber der Slogan kann uns helfen, uns mit möglichst viel Grazie, Effizienz und grosser Geschwindigkeit durchs Wasser zu bewegen, wie viele Fische und Meeressäuger.
Die hydrodynamischen Gesetze gelten nämlich für alles, was sich im Wasser bewegt.
Ein anderes Modell, das oft verwendet wird, ist jenes einer Rennjacht, die vergleichsweise lang und schlank gebaut ist. Für Schwimmer heisst das, dass sie sich möglichst lang und schlank machen und flach im Wasser liegen sollen, um den Frontalwiderstand klein zu halten. Das Modell des Rennbootes dient zur Visualisierung einer günstigen, stromlinenförmigen Wasserlage und Körperhaltung.
Ein dritter Punkt wird im unten stehenden Artikel von Touretski angesprochen: Zugfrequenz und -länge.
Dieses Thema wurde und wird vor allem in den USA kontrovers diskutiert. Touretskis Idee wurde von der US-Schwimmschule "Total Immersion" aufgegriffen, um damit Geld zu verdienen. Dem Gründer von Total Immersion, Terry Laughlin, wird vorgeworfen, er verstehe vom Wettkampfschwimmen nichts, und man könne dieses "Schwimmen wie ein Fisch" oder "wie ein Rennboot" nicht auf's Wettkampfschwimmen übertragen.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | endurance sports |
| Language: | German English |
| Published: |
Zürich
Limmat Sharks Zürich
1998
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| Online Access: | https://www.swimnews.ch/swim_like_a_fish.html |
| Document types: | electronical publication |
| Level: | advanced |