Die Validierung der Nachatmungsmethode im breath-by-breath-Modus

(The validation of the after-breath-method in breath-by-breath mode)

Führt man die Nachatmungsmethode mit Spirometriegeräten der neueren Generation [breath-by-breath-Modus] und einer sehr kurzen Latenzzeit [< 3 sec] durch, so kann man mithilfe der Nachatmungsmethode einen teilweise biphasischen Verlauf der O2-Verbrauchskurve in der Nachbelastungsphase [unmittelbar nach Belastungsabbruch] darstellen (vgl. Di Prampero, Peeters & Margaria, 1973). Da die Beschreibung einer biphasischen Kinetik durch eine monoexponentielle Funktion problematisch ist, stand die Beantwortung nachfolgender Fragestellungen im Mittelpunkt der Studie: 1. Lässt sich bei der breath-by-breath-Erfassung der respiratorischen Parameter im Online- bzw. Nachatmungsmodus ein systematischer Unterschied dieser Methoden darstellen, der auf ein unterschiedliches Ansprechverhalten des Spirometriegerätes in den jeweiligen Modi hinweisen würde? 2. Inwiefern stimmen bei einer breath-by-breath-Spirometrie ab der neunten Sekunde der Nachbelastungsphase die mithilfe der Extrapolation anhand der Gleichung y = ae-bx erhobenen VO2-Werte mit den tatsächlichen VO2-Werten der vergleichbaren Online-Messung [Mittelwert der letzten 30 sec einer Belastungsstufe] überein? 3. Lassen sich in Bezug auf die Zielgenauigkeit der breath-by-breath-Nachatmungsmethode Unterschiede zwischen Sportlern unterschiedlicher Ausdauerleistungsfähigkeit finden? Als wesentliche Befunde wurden festgestellt: 1. Im Vergleich zur Online-Spirometrie lassen sich im Nachatmungsmodus keine signifikanten Unterschiede beim paarweisen Vergleich der jeweiligen Nachbelastungsintervalle [Sek. 9 bis Sek. 60] finden. 2. Der Unterschied zwischen der tatsächlichen, in den vergleichbaren Online-Spirometrien ermittelten VO2 [Mittelwert der letzten 30 sec der letzten Belastungsstufe] und der mittels Nachatmungsmethode mithilfe der Gleichung y = ae-bx ermittelten VO2 war bei allen drei Probandengruppen statistisch signifikant [p < 0,001]. 3. Bezogen auf die einzelnen Gruppen ließen sich folgende Abweichungen feststellen: Es zeigt sich, dass in allen drei Probandengruppen die tatsächliche, in den vergleichbaren Online-Spirometrien ermittelte VO2 im Mittel um 10,2 % ± 11,4 unterschätzt wurde [Gruppe < 50 ml O2/min/kg: 11,8 % ± 11,4, Gruppe 50-60 ml O2/min/kg: 8,8 % ± 12, Gruppe > 60 ml O2/min/kg: 11,3 % ± 5,8]. Es ließ sich in den jeweiligen Gruppen unterschiedlicher Ausdauerleistungsfähigkeit kein signifikanter Unterschied in der jeweiligen prozentualen Abweichung zum tatsächlichen VO2-Wert feststellen [p = 0,589]. Das Ansprechverhalten des benutzten Spirometriegerätes im Nachatmungsmodus kann wegen der fehlenden signifikanten Unterschiede beim paarweisen Vergleich der jeweiligen Nachbelastungsintervalle mit dem der Online-Spirometrie als weitestgehend identisch bezeichnet werden.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science biological and medical sciences endurance sports
Published in:BISp-Jahrbuch Forschungsförderung 2005/06
Language:German
Published: Bonn 2005
Online Access:http://www.bisp.de/SharedDocs/Downloads/Publikationen/Jahrbuch/Jb_200506_Artikel/Braumann.pdf?__blob=publicationFile
Pages:197-202
Document types:book
Level:advanced