"swimlex" - Wissen gratis
Mit dem Konzept "Zur Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportforderung"1 reagierten DOSB und BMI auf die missliche Lage in den olympischen Sommersportarten. Das Papier benennt wesentliche Ursachen und Folgerungen für den Weg bis 2020. Die Verfasser preisen es mit den Schlagworten "athletenfokussiert, erfolgsorientiert, besser vernetzt, potenzialorientiert, effizient und trainerfokussiert". Es bleibt aber der bittere Beigeschmack, "das Eckpunktepapier zur Reform der Spitzensportforderung ist wie ein Auto ohne Preisschild: Durchaus schön anzuschauen, aber bislang völlig unklar, ob es bezahlbar ist. "2 So erklärt sich auch die "Warteschleife" von einem Jahr, denn eigentlich ist es unverständlich, dass so "hervorragende" Empfehlungen nicht umgehend verwirklicht werden.
Ein typisches Beispiel ist die "Trainerfokussierung". Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Trainer steht schon länger auf der Agenda des deutschen Sports. Bereits 2005 verabschiedete der DSB eine Traineroffensive mit der Begründung, mehr für die Trainer als maßgebliches Glied in der Kette des deutschen Leistungssports tun zu müssen, um nicht den Anschluss an die olympische Spitze zu verlieren (Vizepräsident Feldhoff). Aber genau das trat ein, weil es nicht gelang, die Situation der Trainer maßgeblich zu verbessern. Drei Jahre später beleuchtete die Uni Tübingen mit einer Studie kritisch das "Berufsfeld Trainer". Schließlich wurde 2013 das Thema im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD verankert - nicht als Ziel, sondern als Feststellung: "Im Spitzensport verbessern wir die Rahmenbedingungen für hochqualifizierte Trainerinnen und Trainer durch gute Arbeitsbedingungen und langfristige Perspektiven". Im Mai 2016 präsentierte die Sporthochschule Köln die Ergebnisse der für das Innenministerium erstellten Studie "Standortbedingungen von Trainerinnen und Trainern im deutschen Spitzensport im internationalen Vergleich". In dem Sinne sind genug Worte gewechselt und man könnte zur Tat schreiten, aber man wartet die Ergebnisse weiterer Projekte ab (Studie von Prof. Breuer). Bei dieser Vörgehensweise ist zu befürchten, dass ähnlich wie bei der "Rakete Traineroffensive" der Treibstoff ausgeht.
Zur Optimierung der Trainerqualifikation empfiehlt die DOSB-Konzeption den Verbänden:
• "Erstellung einer Ausbildungskonzeption, in der Bildungsmaßnahmen für Leistungssportpersonal verbindlich vorgegeben sind;
• Vermittlung von Inhalten der Rahmentrainingskonzeptionen im Rahmen der Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen;
• Absichem einer qualifizierten beruflichen Trainerausbildung;
• Umfassende spezifische Lehr- und Ausbildungsmaterialien". (S. 30)
Mit der "Nachwuchskonzeption Schwimmen 2020"3 haben wir einen wichtigen Schritt zur Qualifikation der Ausbildungsmaterialien getan. Aber das Projekt "Trainerakademie" des DSV ist bislang an der materiellen Unterstützung gescheitert. Deshalb sind auch kleine und besonders kostengünstige Schritte gefragt, wie die Herausgabe von Lehrbüchern4 oder von Videos zur Trainingsmethodik, wie sie Bundestrainer Lamodke zu dieser DSTV-Tagung ankündigte. Eine dieser Hilfen war das "Lexikon des Schwimmtrainings"5, das 2008 erschien. Da besonders in den naturwissenschaftlichen Disziplinen und der Medizin in 10 Jahren 75% des Wissens veraltet sind, ist eine Überarbeitung und Modernisierung (online) dieses Lexi-kons erforderlich. Dieses Vorhaben unter dem Titel "swimlex" wird in diesem Beitrag vorgestellt.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten Trainingswissenschaft |
| Veröffentlicht in: | Schwimmen: Lernen und Optimieren, 40 |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2018
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| Online-Zugang: | http://dstv-schwimmtrainer.de/service/literatur/ |
| Seiten: | 47-56 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |