Optimierung der Bewegungsabläufe beim Startsprung im Sportschwimmen
Es konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe eines individualisierten MKS-Simulationsmodells aus gemessenen Bodenreaktionskräften und Bewegungen, die am Trainingsmessplatz erfasst werden können, valide Beobachtungsgrößen für eine individuelle dynamische Bewertung von Startsprüngen im Sportschwimmen ermittelt werden können. Dazu gehören insbesondere die Antriebsmomente in den Gelenken, die summarisch die vom Athleten aufgebrachten Muskelkräfte abbilden.
Das Simulationsmodell basiert auf individuellen anthropometrischen Daten der Sportlerinnen und Sportler. Für deren Ermittlung wurden mit dem Bodyscanner und dem Verfahren der Kalibrierbewegung zwei interessante neue Ansätze realisiert. Beide Verfahren weisen Vor- und Nachteile auf. Die Kalibrierbewegung erweist sich für die Bestimmung der Gelenkpositionen als überlegen, da sie keine Regressionsformeln benötigt. Jedoch kann diese Methode keine Aussagen zur Massenverteilung liefern. Diese Daten können hingegen zuverlässig mit Hilfe eines Bodyscanners ermittelt werden. Da die Daten für eine begrenzte Anzahl von Athletinnen und Athleten jeweils nur einmal ermittelt werden müssen, sollten zukünftig beide Verfahren kombiniert werden.
Die entwickelte Technologie muss in der Folge durch eine größere Anzahl von Experimenten abgesichert werden. Diese werden auch benötigt, um aus den berechneten Zeitreihen ein praktisch handhabbares Bewertungsmodell zu entwickeln.
Die Durchführung einer größeren Zahl von Experimenten ebenso wie die unmittelbare Nutzung der Technologie im Trainingsprozess wird gegenwärtig noch durch die Nutzung der Videobildanalyse als Methode der Bewegungserfassung erschwert, weil damit eine zeitnahe Gewinnung von Bewegungsdaten nicht möglich ist. Die aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Motion Capture Technologie lassen jedoch erwarten, dass dieses Problem möglicherweise schon mit einer nächsten Generation von Infrarotkameras behoben werden kann.
Die entwickelten Methoden sind nicht auf die Anwendung im Startsprung beschränkt. Sie können auf andere Sportarten übertragen werden, sofern eine vollständige Messung von Kräften und Bewegung technisch möglich ist.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Swim & more |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
2015
|
| Heft: | 7 |
| Seiten: | 56-58 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch |