5 new ideas that will change swimming forever
(5 neue Vorstellungen die das Schwimmen für immer verändern werden)
Verf. führt fünf Punkte auf, die seiner Meinung nach das Schwimmen für die Zukunft verändern werden:
1. Schluss mit dem (statischen) Stretching in der Erwärmung vor Training und Wettkampf - Stretching ist nach wie vor von großer Bedeutung für das Training der Muskeln und die Erweiterung der Bewegungsamplitude von Gelenken oder zur Verletzungsprophylaxe, sollte aber in separaten Einheiten und nicht unmittelbar vor Trainings- oder Wettkampfbelastungen ausgeführt werden, da es dort kontraproduktiv wirkt. Eine Option ist auch das Stretching in der Gruppe nach dem Training, also bei erwärmten Muskeln. Für die Erwärmung vor Training und Wettkampf werden dynamischere Belastungsformen empfohlen.
2. Schluss mit übertriebenen Technikdrills - Es hat sich gezeigt, dass pausenloses Wiederholen einer Technik bis zur Perfektion nicht der optimale Weg ist. Das Erlernen von technischen Fertigkeiten wird jetzt mehr als Kontinuum zwischen Stabilität und Chaos (Instabilität) betrachtet ("Chaos Drill Theory"). Es ist günstiger, Techniken in einem instabilen Umfeld zu trainieren und immer neu an veränderte Anforderungen und Bedingungen anzupassen. Qualität anstelle von Quantität! (Beispielsweise schwimmt man nicht mehr 40x25 m Einarmbewegungen, sondern deutlich weniger unter wechselnden Bedingungen - bei denen man aber auf höchste Qualität achtet). Übungen sollten heute auch nicht mehr stur nacheinander ausgeführt sondern variabler eingesetzt werden (nicht mehr AAABBBCCC... sondern z.B. ABCBBAACCCAAA ...).
3. Physisches Talent ist ein schlechter Indikator für Langzeiterfolg - Talent, hat sich in vielen Sportarten gezeigt, ist bei langandauerndem Erfolg auf höchstem Level oft nicht der entscheidende Faktor. Als wichtiger erwiesen sich Faktoren wie Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, Unabhängigkeit, ein ausgeglichenes Umfeld, die Fähigkeit, mit Problemen umgehen und sie lösen zu können, die Fähigkeit, mit Stress und schwierigen Phasen umgehen zu können, Frohsinn und Optimismus, auch in schlechten Situationen. Dies bedeutet, dass neben dem Training im Becken und an Land mindestens ebenso wichtig das mentale und emotionale Training sind. Der Athlet in seiner Gesamtheit ist das entscheidende, nicht der Athlet aus rein physischer Sicht. Dies sollte auch bei der Sichtung beachtet werden.
4. Tapering um schnell zu schwimmen ist ein Trugschluss - Die Bedeutung von Tapering (ursprünglich "erfunden" für ältere Sportler und für Sportarten, in denen der Athlet sein Gewicht bewegen muss wie Lauf oder Skilanglauf), wird im Schwimmen hochgradig überschätzt. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass Schwimmer Weltklasse- oder Bestzeiten aus dem vollen Training heraus geschwommen sind oder nach dem Tapering ihre Bestzeiten deutlich verfehlt haben. Insbesondere hat dies damit zu tun, dass herkömmliches Tapering lediglich den Körper vorbereitet, nicht aber die mentale oder die emotionale Ebene. Es hilft lediglich, die Ermüdung zu vermindern - ein Schwimmer ist aber in der Lage, auch bei Ermüdung Spitzenleistung zu vollbringen. Tapering im Schwimmen wird überbewertet - anstelle des herkömmlichen Taperings sollte eine ganzheitliche, ausbalancierte Vorbereitung inklusive mentaler, technischer, taktischer und natürlich physischer Elemente treten.
5. Gruppentraining ist out. - Das Training in der Gruppe als optimale Vorbereitung von Einzelsportlern ist out! Heute geht es um Details, diese lassen sich nur im individuellen Training bearbeiten. Außerdem ist jeder Sportler anders, unterscheidet sich auf vielfältige Weise von anderen und muss daher auch individuell trainiert werden. Sich jedem Sportler individuell zuzuwenden, mit ihm ein "Partnership Program" zwischen Athlet, Trainer und Familie zu realisieren ist mehr wert, als moderne Herzfrequenzmesser, Laktat- oder Videoanalysegeräte am Beckenrand.
© Copyright 2008 Swimming World Magazine. Alle Rechte vorbehalten.
| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Swimming World Magazine |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
2008
|
| Jahrgang: | 49 |
| Heft: | 8 |
| Seiten: | 33-35 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |