Coach of Brooke Bennett - Olympic gold medalist 800 meter freestyle
(Trainer von Brooke Bennett - Olympische Goldmedaillengewinnerin über 800m Freistil)
Der Trainer der Olympiasiegerin stellt vor, weshalb und wie die Sportlerin zu ihrem Erfolg gelangt ist. Er ist überzeugt, daß die Hauptursache das mehrjährige Durchlaufen des in Brandon (Florida) erarbeiteten Trainingsprogramms ist.
Ein wichtiger Punkt ist der Besitz einer eigenen Schwimmhalle (50-m-Becken), so daß die Sportler ohne fremde Zuweisungen trainieren können, wie sie es benötigen.
Weiterhin kam ein enthusiastisches Umfeld mit engagiertem Trainer hinzu.
B.B. stieß als Neunjährige 1989 zum Programm hinzu. Credo des Programms: Erst werden Sportler entwickelt, dann Schwimmer. Daher werden als erstes die aeroben Grundlagen entwickelt. Hauptziel zu Beginn des Programms war die Erhöhung des Trainingsumfangs. Anfangs fand kein Vormittagstrainings statt, lediglich eine TE von 2 h am Tag, 5 Tage in der Woche. Als weitere Punkte des Erfolgs neben dem eigenen Becken und den Möglichkeiten in der Halle werden genannt:
das amerikanische Schulsystem, das es ermöglicht, vor und nach der Schule zu trainieren.
Der Jahrestrainingsumfang betrug 1990 45.000 Meter in der Woche, als B.B. zehn Jahre alt war (800m F: 9:56). B.B. war sehr ehrgeizig und fleißig, ab dem 11. Lebensjahr trainierte sie 2x täglich. Von Jahr zu Jahr wurden die Umfänge und Intensitäten erhöht. In den letzten zwei Jahren blieb das Niveau des Umfangs konstant, die Intensität wurde weiter erhöht. Die Leistungen stiegen kontinuierlich an. B.B. hatte gute Konkurrenz im Training durch einen guten 1500-m-Schwimmer. 1991-92 wurde der Umfang auf 65.000m/Woche gesteigert. Wichtig sei das richtige Training im Altersbereich 10-11 Jahre, da dessen Erfolge erst im Altersbereich 12-14 Jahre zum Tragen kommen. Dies muß den jungen Sportlerinnen klargemacht werden, damit sie eine Motivation für die hohen Umfänge haben.
1992 hatte B.B. über zwei Jahre das Programm mit großen Umfangserhöhungen absolviert, sie erreichte über 800m F eine Leistungssteigerung von fast 7%. Nach einer Stagnationsphase wurde zwei Jahre später eine erneute Leistungssteigerung von 7% erreicht. Verf. glaubt an die Signifikanz von Zweijahreszyklen bezüglich der Entwicklung der sportlichen Leistung.
In der Saison 1991/92 wurde die selbe Anzahl Trainingsstunden absolviert wie in der Saison zuvor, zwei Trainigseinheiten zu je zwei Stunden am Tag plus etwas Landtraining. Insbesondere für Langstreckler steht Verf. dem Landtraining nicht besonders offen gegenüber. Mit vier Trainingsstunden am Tag wurden bei freiem Mittwoch morgen, Samstag nachmittag und trainingsfreien Sonntagen 10 TE/Woche bzw. 20 Trainingsstunden/Woche erreicht. Trainingsumfangssteigerungen dürfen keinesfalls zu plötzlich erfolgen, eine Erhöhung von vier auf fünf Stunden täglich ben ötigte im vorl. Fall sechs Jahre.
Trainingspausen werden nicht zu lange und nicht zu häufig eingelegt, eine bis anderthalb Woche nach dem Hauptwettkampf. Es wird ansonsten versucht, ständig den Wasserkontakt und die Sportler auf ihrem Leistungsniveau zu halten. Die längste Pause von B.B. betrug sechs freie Wochen nach den Olympischen Spielen, sie selbt möchte jedoch solch eine Pause nie wieder. Für B.B. wurden in der Schule Möglichkeiten geschaffen, ihr Training zu den erfoderlichen Zeiten am Morgen und Nachmittag durchzuführen.
Mittlerweile beträgt der Trainingsumfang 80.000m/Woche, dabei blieb aufgrund der langsamen Umfangssteigerung B.B. verletzungsfrei. Das ist umsoi bemerkenswerter, da B.B. im Training in sehr hohem Umfang Handpaddles benutzt.
Die kontrollierte Umfangssteigerung machte auch ein kontrolliertes Körpergewicht neben einer gesunden körperlichen Entwicklung möglich.
© Copyright 1998 The World Swimming Coaches Association Gold Medal Clinic Series, Volume 2. Alle Rechte vorbehalten.
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | The World Swimming Coaches Association Gold Medal Clinic Series, Volume 2 |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1998
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| Ausgabe: | Fort Lauderdale: The World Swimming Coaches Association (Hrsg.), 1998. - S. 67-70 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch mittel |