Reform v metodologii?
Anliegen des Verf. ist eine Analyse der Unzulänglichkeiten traditioneller methodischer Konzeptionen der Belastung im leichtathletischen Lauf. Diese Unzulänglichkeiten werden auch als Hauptursache für den seit Jahren anhaltenden Rückstand der russischen Männer in der Mehrzahl der olympischen Laufdisziplinen zur Weltspitze betrachtet.
1. Laufumfänge
Die heute absolvierten Jahresumfänge resultieren noch aus den 70er Jahren. Die internationale Spitze absoilviert seit 15 Jahren Umfänge, die sich deutlich von denen der russischen Läufer unterscheiden (die bis um die Hälfte niedriger liegen!). Sehr unterschiedlich ist auch die Zahl der Wochentraningseinheiten.
Ein weiteres Problem sind die aus dem Erwachsenenbereich für den Nachwuchsbereich abgeleiteten Umfänge, die häufig zu einer forcierten, verfrühten Entwicklung von Höchstleistungen und damit dem frühzeitigen Aus für viele Nachwuchssportler führen. Mögliche Lösung:
Aufhören mit der Planung nach Jahresumfängen. Statt dessen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierend Bestimmung der optimalen Trainingsparameter für alle Leistungsstufen (vom Anfängerbereich an). Jahresumfänge werden als summarische Größe dieser ermittelt.
Die Richtigkeit dieser Aussagen wurde in einem wissenschaftlichen Projekt unter Beweis gestellt.
2. Intensität
Häufig geschieht eine Anpassung der Hauptteile der Trainingsbelastung an kurze Abschnitte auf kurzen Bahnen (Typ 5x100m, 3x400m, 6x60m etc.).
Hierbei berief man sich auf die ablaufenden bioenergeteischen Prozesse. Diese sind jedoch nicht von der Bahnlänge abhängig! Entscheidend ist, wie oft der Sportler die Abschnitte wiederholt und auf welche Gesamtlänge er dadurch kommt. Der Sportler sollte die bioenergetischen Hauptsysteme seines Organismus trainieren; in seiner Vorbereitung sollte Platz sein für eine Wettkampfanpassung an bestimmte Streckenlängen). Die Ausprägung der bioenergetischen Systeme ist die wichtigste notwendige Grundlage für die Leistungsentwicklung. Die einzelnen bioenergetischen Zonen müssen dazu sauber getrennt werden können. Momentan existieren jedoch mehrere verschiedene Einteilungsvarianten der Lauf- bzw. Belastungsintensität (z.B. nach Suslov 3 Zonen, nach Koc 5 Zonen oder nach Borilkevic 4 Zonen).
Beinahe vollkommen fehlt eine Empfehlung für die Laufbelastung in den technischen Disziplinen.
In den Disziplinen, für die Empfehlungen vorliegen, fehlt ein einheitliches Herangehen für das Absolvieren der unterschiedlichen Laufbelastungen.
Alle genannten und in der Realität vorhandenen methodischen bzw. konzeptionellen Unzulänglichkeiten lassen sich nur durch ein einheitliches System der Laufbelastungen, eine Unifizierung der Belastungensparameter und eine Differenzierung entsprechend den unterschiedlichen Disziplinen und Leistungsniveaus erreichen.
Obwohl jeder Trainer eine individuelle Arbeitsweise zeigt, lassen sich doch einige allgemeine Varianten der Trainingsgestaltung und des methodischen Herangehens feststellen:
Ein - kleiner - Teil von Trainern erliegt noch immer dem Reiz von Modellcharakteristika. Obwohl bewährt, läßt diese Methode eine Reihe von Fragen offen, u.a. danach, wie, mit welchen Übungen und - am wichtigtsen - mit welchen Umfängen die Modellcharakteristika erreicht werden können. Außerdem hat sich gezeigt, daß eine Reihe von Parametern teilweise nicht mit der sportlichen Leistung in der speziellen Disziplin korrelliert.
Eine weitere methodische Vorgehensweise ist die schrittweise Steigerung der Trainingsgeschwindigkeit von Monat zu Monat innerhalb der Vorbereitungsperiode bei glleichzeitiger Verkürzung der Strecken. Hierbei wird eine Vielzahl von Streckenlängen absolviert, die den 4-5 bekannten bioenergetischen Zonen entsprechen.
Andere Varianten laufen auf eine "Manipulation" der Wettkampfstrecke hinaus. Einige Spezialisten erarbeiten die Wettkampfdistanz mit Wettkampfgeschwindigkeit über die gesamte Vorbereitungsperiode hinweg, lediglich mit einer schrittweisen Erhöhung der Streckenlänge und einer Verringerung der Anzahl der Wiederholungen.
Oder: Im Rahmen der Wettkampfstrecke (sogar mit Wettkampfgeschwindigkeit) erfolgt eine schrittweise Steigerung der Streckenlänge von Monat zu Monat sowie eine Variation der dazwischenliegenden Erholungsintervalle.
Alle diese Varianten führen zur Leistungsentwicklung und zum Erfolg in den leichtathletischen Laufdisziplinen, allerdings involvieren sie viel unnütze Trainingsarbeit. Aufgabe der Wissenschaft ist es, diese unnützen Umfänge und ungenauen Intensitätszonen aufzuhellen, um das Lauftrainig zu optimieren.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | training science endurance sports |
| Published in: | Legkaja Atletika |
| Language: | Russian |
| Published: |
1996
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| Edition: | Moskva (1996)6, S. 11-13 |
| Document types: | article |
| Level: | advanced intermediate |