The relationship between strength, technique and swimming performance in elite swimmers

Anliegen: Die Kapazität zur Erzeugung hoher Vortriebskräfte ist ein Schlüsselfaktor der Schwimmleistung. Allerdings setzt eine gute Schwimmleistung die effektive Umsetzung dieser Kräfte durch eine korrekte Technik voraus. Zur Bestimmung dieser Aspekte der Schwimmleistung wurden Untersuchungen zur Kraft, Technik und Leistung bei denselben Probanden durchgeführt, um daraus schlußfolgernd entsprechende Methodologien zu entwickeln. Probanden/Untersuchungszeitraum: Als Probanden dienten 17 Mitglieder der USA-Olympiamannschaft von 1992 während eines Trainingslagers in Colorado Springs im April 1992 (9 Frauen, 8 Männer). Die Sportler waren auf verschiedene Schwimmarten und verschiednene Strecken spezialisiert. Über einen Zeitraum von 4 Tagen absolvierten diese Sportler Tests verschiedener Kategorien. Untersuchungsmethoden/Parameter: Untersucht wurden übliche anthropometrische Daten, die isokinetische Kraft während eines simulierten Schwimmens auf dem Cybex 340 Dynamometer, ein Schwimmbanktest, die Effektivität der Krafterzeugung (Technik) im Schwimmkanaltest, die Schwimmleistung während der Olympic Trials sowie anhand von Wettkampfvideos. Außerdem erfolgten statistische Analysen. Ergebnisse/Schlußfolgerungen: Anthropometrie: Die ermittelten anthropometrischen Werte werden in Tab. 1 dargestellt. Die Männer waren größer, schwerer und hatten längere Arme als die Frauen. Diese Faktoren begünstigen eine größere Krafterzeugung und/oder die Fähigkeit, die Kraft über einen längeren Zeitraum aufzubringen, was eine höhere maximale Schwimmgeschwindigkeit der Männer ermöglicht. Isokinetische Kraft: Die Männer zeigten signifikant höhere Werte beim Spitzendrehmoment sowie bei der Durchschnittskraftleistung als die Frauen (siehe Abb. 1). Letztere lag bei den Männern fast doppelt so hoch wie bei den Frauen (270,9 W : 136,8 W). Schwimmbank: Bei jeder Einstellung waren die Männer in der Lage, höhere Kraftleistungswerte zu erzielen als die Frauen. Sie erbrachten auch während des 45-s-bis-zur-Erschöpfung-Tests eine signifikant höhere Leistung. Die Unterschiede waren in den meisten Fällen substantieller Größenordnung (siehe Abb. 2). Effizienz der Krafterzeugung (Technik): Die Mittelwerte der Handkraft (Schwimmkanaltest) war bei den Männern signifikant höher als bei den Frauen (34,95 N : 23,33 N). Hier besteht ein Vorteil für die Männer von fast 50%, was eine typisch größere Kraftleistungsfähigkeit bei den Männern demonstriert (siehe Abb. 3). Die Schwimmkanaluntersuchungen ergaben keine signifikanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen für die Zugeffizienz (43,8% : 40,5%). Schwimmleistung: Die Bestzeiten der Männer lagen signifikant höher als die der Frauen (Richtstrecke: 200mF). Die Männer erreichten während der Trials auch signifikant höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten (siehe Abb. 4). Bei Männer und Frauen lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei den Trials sehr nahe an der 200-m-Geschwindigkeit der Bestzeit. Die 200-m-Gescjwindigkeit wird als sinnvoller Indikator der Schwimmleistung betrachtet, außerdem haben die 200m eine große Relevanz für das Training: 200-m-Tests sind sehr verbreitet zur Bestimmung von Laktatprofilen, maximaler Herzfrequenz etc. (siehe Abb. 4). Unter Wettkampfbedingungen (Olympic Trials) realisierten die Männer eine signifikant höhere Zuglänge und signifikant geringere Zugfrequenz als die Frauen (siehe Abb. 5), was wahrscheinlich mit der größeren Statur und den höheren Kraftwerten der Männer zussmmenhängt. Wechselbeziehungen zwischen Kraft, Technik und Schwimmleistung: Kraftmessungen sowohl aus dem isokinetischen simulierten Schwimmtest als auch aus Schwimmbanktest und Strömungskanaluntersuchungen weisen alle eine direkte Beziehung zur Schwimmleistung auf, was durch signifikante Relationen zur Schwimmgeschwindigkeit der 200-m-F-Bestleistung deutlich wird (siehe Abb. 6-8). Die am engsten mit der Schwimmleistung korrelierenden Kraftmessungen waren die durchschnittliche Kraftleistung beim simulieten Schwimmen auf der Schwimmbank oder dem Cybex-Ergometer. Dabei hat der Schwimmbanktest den Vorteil, die während des Schwimmzuges auftretende Beschleunigung simulieren zu können, während beim Einsatz des Cybex-Ergometers die Kraftwerte in jedem Moment des Schwimmzuges konstant aufgezeichnet werden können. Die Korrelation zwischen durchschnittlicher Kraftleistung während simulierter Schwimmtests auf dem isokinetischen Dynamometerr impliziert, daß dieser Test allein 62% der Variation der Schwimmleistung erklärt. Die durchschnittliche Kraftleistung während des isokinetischen Simulationstets steht außerdem in signifikanter Relation zu einer Anzahl in früheren Tests ermittelter, die Schwimmleistung signifikant beeinfliussender, Parameter wie Körpergewicht, Armlänge, Schwimmbankleistung, Körperhöhe, Zuglänge oder mittlere Kraft bei Renntempo im Schwimmkanal. Die Zuglänge dieser Spitzenschwimmer stand in signifikanter umgekehrter Relation zur Effektivität der im Kanal ermittelten Zugtechnik (siehe Abb. 9). Daraus ergibt sich, daß ein längerer und in der Regel kräftigerer Zug meist eine relativ uneffiziente Technik bei der Kraftumsetzung in die Bewegungsausführung darstellt. Dagegen erreichen die relativ schwächeren Schwimmer mit kürzeren Zuglängen durch effektivere Techniken im Wasser ihre Wettkampfgeschwindiggkeiten. Die stärkeren Schwimmer sollten im Training an der Effektivität ihrer Technik arbeiten, während dem die schwächeren, aber technisch effizienteren Schwimmer vor allem Wert auf ihre physische Konditionierung legen sollten.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:endurance sports
Language:English
Published: 1996
Edition:Canberra: University of Canberra, Centre for Sports Studies, Forschungsergeb., 1996. - 17 S.: 9 Abb., 22 Lit., 1 Tab.
Document types:research paper
Level:advanced intermediate