The whole world generates elite swimmers
(Überall in der Welt werden Spitzenschwimmer entwickelt)
Analyse der Leistungen der Schwimmer der einzelnen Länder bzw. Regionen der Welt sowie tendenzieller Entwicklungen im Weltschwimmsport auf der Grundlage der Ergebnisse der Olympischen Spiele von Atlanta.
Hauptsächlich zwei Trends bestätigten sich:
1. Weltweite Expansion des Schwimmens
2. Langsamere Leistungsentwicklung im Vergleich zu früheren Jahren
Heute stehen Leistungsverbesserungen stärker in Zusammenhang mit technischen Verbesserungen als mit Verbesserungen in der Schnelligkeit. Dies gilt insbesondere für das Brustschwimmen oder auch die 100 m Schmetterling.
Das Schwimmen hat sich in den letzten Jahren geographisch betrachtet deutlich ausgedehnt: Sportler aus 120 Ländern gingen bei den Schwimmwettbewerben in Atlanta an den Start, 32 dieser Länder hatten mindestens einmal einen Vertreter in einem Finale. Erstmalig in der Geschichte kamen die Goldmedaillengewinner im Schwimmen von allen Kontinenten der Erde.
Tab. 1 zeigt die Verteilung der Finalteilnahmen auf die einzelnen Erdteile/Regionen.
Abb. 2 zeigt die Verteilung der Medaillen auf die Erdteile/Regionen
Alle Erdteile/Regionen konnten Finalteilnehmer und auch Medaillengewinner verzeichnen!
Die USA nahmen bei den Schwimmwettbewerben in Atlanta sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen den vorderen Platz ein. Allerdings hatten sie außer T. Dolan keine herausragende Persönlichkeit im Team, jedoch eine große Breite an der Spitze (was die Siege in allen 6 Staffeln belegen). Neben der Breite spielte auch die positive Leistungsentwicklung der "zweiten Reihe" der USA eine ausschlaggebende Rolle für den Gewinn der meisten Medaillen (26), der meisten Goldmedaillen (12) sowie der meisten Schwimmer (17) und Schwimmerinnen (20) in den Finals.
Den USA folgten auf dem zweiten Rang der olympischen Schwimmwettbewerbe die Australier mit 17 Medaillen und 24 Vertretern in den Einzel-Finals. Die Australier konnten in Atlanta jedoch nicht ihr volles Leistungsvermögen ausschöpfen.
Im Vergleich zu den WM und den vorolympischen Wettkämpfen 1996 brach China in Atlanta regelrecht ein. Bis auf zwei Ausnahmen konnte keiner der Schwimmer und keine der Schwimmerinnen ihre Bestleistung bzw. Leistung der Trials erreichen. Das negative Abschneiden Chinas schlug zu Gunsten der Amerikaner aus.
Für die russische Mannschaft fällt auf, dass hinter den Stars der Spiele Popow und Pankratow bis auf seltene Ausnahmen (Selkow) ein großes Loch klafft.
Auch Deutschland erreichte keinesfalls die Erfolge vorangegangener Spiele. Aufgrund von Leistungssteigerungen zum richtigen Zeitpunkt konnte die eigentlich nicht sehr starke deutsche Mannschaft dennoch 12 Medaillen und 17 Finalteilnahmen (davon 13 bei den Fraiuen) verzeichnen.
Auffällig war in Atlanta als weiteres Phänomen das In-Erscheinung-Treten erfolgreicher Einzelsportler aus bisher nichttypischen Schwimmsportländern (IRL- Smith, NZL - Loader, RSA - Heyns, BEL - Deburhgraeve, Costa Rica - Poll).
Europäische Länder wie GBR, SWE, FRA oder ESP errangen nur enttäuschend wenige Medaillen. ITA erreichte eine versöhnlich stimmende Leistung bei den Männern, während HOL mit van Hoogenband und den Frauen überraschte und HUN nach anfänglichen unerwarteten Niederlagen einen guten Abschluss erreichte.
Erfolgreich verliefen die Schwimmwettbewerbe in Atlanta für Mittel- und Südamerika durch Spitzenleistungen von Vertretern aus CUB, BRA, Venezuela und Puerto Rico.
Bei den Asiaten ließen nicht nur die Chinesen Federn, sondern auch die Japaner.
Als der Star der Spiele wird K. Egerszegi betitelt, die in Atlanta zum dritten Mal in Folge die Goldmedaille über ein und dieselbe Strecke gewann (200 m R), was bisher nur D. Fraser gelang.
Die Medaillen bzw. Siege erreichten einerseits von Natur aus talentierte Sportlerinnen und Sportler und andererseits harte Arbeiter. Einige Sportler waren herausragend (Popow, Pankratow, Smith, VanDyken, Deburghgraeve, Perkins, Rouse), andere erreichten nicht ihr Limit (Dolan, Evans, Selkov, Kasvio, Lopez-Zubero, Liu, Riley, van Almsick, Sievinen).
Während dieser Wettkämpfe konnten nur wenige neue Talente zur Spitze vordringen (Botsford, Beard, Kovacs, van Hoogenband, Rosolino, Brembilla.
Tab. 3: Präsenz der einzelnen Länder in den Einzelfinals
Tab. 4: Eindringen in die Top Ten der Ewigen Weltbestenliste
Tab.5: Schwimmerinnen mit den meisten gewonnenen Olympiamedaillen in der Geschichte
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| Schlagworte: | |
|---|---|
| Notationen: | Leitung und Organisation Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | American Swimming ASCA Newsletter |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
Fort Lauderdale
1997
|
| Heft: | 1 |
| Seiten: | 8, 11, 13, 14 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |