Teaching breaststroke
(Die Vermitttlung des Brustschwimmens)
Obwohl genügend Raum für die individuelle Bewegungsausführung bzw. Technikanpassung an internationale Trends akzeptiert wird, geht Verf. von einer zu erlernenden bzw. zu vermittelnden Grundstruktur des modernen Brustschwimmens aus.
Grundpfeiler sind eine hohe Hand- und Fersengeschwindigkeit im Training. Langsames Brustschwimnmen findet bei Verf. kaum statt. Außerdem ist Brustschwimm-Training "Komponententraining". 80% des Gesamttrainingsumfangs eines Brustschwimmers bei Salo ist Training in der Brustlage, davon finden jedoch lediglich 20-40% als Gesamtbewegung statt.
Zur Armbewegung:
Wichtige Phase ist das Rückführen des Körpers in die stromlinienförmig günstigste Position. Diese sichert eine volle Streckung sowie eine maximale Zuglänge. Einer der häufigsten Fehler im WK ist die Verkürzung dieses Zuges aufgrund von Ermüdung. Im Training wird daher versucht, "sich bis in den Outsweep (=Auswärtsphase der Armbewegung) hineinzustrecken".
Die Gesamt-Armbewegung im Brustschwimmen wird in drei Phasen eingeteilt: Outsweep, Insweep (Einwärts-Zugphase) und Rückführung. Der Outsweep schafft dabei die Basis für den vortriebswirksameren Insweep.
Beim Outsweep bleiben die Arme gerade und bewegen sich auf einer Ebene nahe unter der Wasseroberfläche. Am -individuell unterschiedlich gelegenen - äußersten Punkt beginnt der Insweep, der durch eine höhere Geschwindigkeit charakterisiert wird. Die Führungsarbeit wird dabei von der als Wasserschneide wirkenden Arminnenseite/Unterarm von der Fingesrspitze bis zum Ellbogen geleistet. Diese Schneide durchbricht mehrere übereinander gelegene Ebenen, während der Ellbogen seine Lage in der ursprünglichen Ebene beibehält. Am Ende dieser Phase werden die Hände zusammengeführt, die Ellbogen werden ebenfalls nahe zueinander geführt. Zu diesem Zeitpunkt , dem Beginn der Rückführphase, haben die Hände eine Position inne, die über der der Ellbogen liegt. Während des Insweeps werden Schultern und Rücken erhoben und bewußt nach vorn geführt.Ein enges Zusammenhalten von Händen und Ellbogen während der Vorwärtsstreckung vermindert den Widerstand. Dabei ist es weniger wichtig, ob diese Phase über oder unter Wasser stattfindet. Die Hände sollten jedoch zu Beginn der Rückführphase nicht über Wasser sein. Wichtiger ist, daß die Hände zu Beginn der Rückführphase etwas höher als die Ellbogen stehen und die Bewegung der Hände nach vorn und nicht nach unten erfolgt. Der Kopf befindet sich in einer Linie mit dem Rücken und wird zum Schluß des Zuges stromlinienförmig zwischen die Arme geführt.
Beinschlag:
Wichtig, vor allem während der Rückführphase ist die Fersengeschwindigkeit. Der größte Fehler in der Beinbewegung bei Brustschwimmern besteht in der Vernachlässigung der Fersengeschwindigkeit, insbesondere der Beschleunigung der Fersen während der Rückführphase. Die Fersen sollten mit maximaler Geschwindigkeit zu den Hüften hinaufgezogen und die Füße nach auswärts gedreht werden, um die Vortriebsphase einzuleiten, die beginnt, wenn die weiter führenden Fersen sich außerhalb der Knie befinden. Die Bewegung der Fersen erfolgt ellyptisch, mit zunehmender Streckung der Beine wird der Druck auf die Fußsohlen verlagert. Nach vollendeter Streckung kommen die Fersen zusammen, die Füße werden so weit wie möglich gestreckt. Die BBewegungsamplitude beim Beinschlag ist ebenso wie beim Armzug abhängig von den individuellen Kraft- und Bewegungscharakteristika.
Timing:
Beachtet werden sollte insbesondere eine konstante Geschwindigkeit während des Outsweep mit zunehmender Geschwindigkeit über den Insweep zur Rückführphase. Der Beginn der Rückführphase sollte mit der Voprtriebsphase des Beinschlages zusammenfallen. Umgekehrt sollte die Vortriebsphase der Arme mit der Rückführung der Beine zusammenfallen.
Zum Training:
Das Brustschwimmen im Training sollte entsprechend allen o.g. technischen Charakteristika erfolgen. Lange, stete Belastungen führen im Brustschwimmen schnell zu technischen Abweichungen. Empfohlen wird "Komponententraining", bei dem der technische Ablauf in seine Einzelteile zerlegt und mit hoher Geschwindigkeit trainiert wird. So gibt es für wichtige Teilkomponenten, z.B. eine hohe Ellbogenhaltung, spezielle Trainingsübungen. Insgesamt absolvieren Salos Schwimmer etwa 80% ihres Training als Training der Komponenten. Vom erstenT ag der saison an wird das Brustschwimmen mit sehr hoher Geschwindigkeit absolviert. Die Trainingsumfänge bleiben dabei in der Regel unter 6.000y pro Einheit. Bis auf die Trainingseinheiten am Morgen im Juli und August findet das gesamte Training auf der Kurzbahn statt. Die olympischen Medaillengewinner von Atlanta Amanda Beard und Steve West absolvierten vor den Olympic Trials, bei denen beide Bestzeiten erreichten, lediglich zwei bzw. fünf Trainingseinheiten auf der Langbahn!Die Taperingphase erstreckt sich über die letzten zehn Tage vor dem Hauptwettkampf. Der Trainingsumfang wird auf 2000-3000y reduziert. Geschwommen wird lang mit mäßigem Tempo, unterbrochen von kurzen, schnellen Abschnitten. Es werden besonders Starts, Wenden und Anschläge trainiert, außerdem wird in den letzten 1,5 Monaten vor dem Hauptwettkampf Wert auf Relaxation und Imaginationstraining gelegt.
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| Notationen: | Ausdauersportarten |
| Veröffentlicht in: | Swimming Technique |
| Sprache: | Englisch |
| Veröffentlicht: |
1997
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| Ausgabe: | El Segundo 33(1997)4, S. 12-14 |
| Dokumentenarten: | Artikel |
| Level: | hoch mittel |