Anaerob effekt pa löpare vid träning pa hög höjd mot topprestation pa tävling

Vorwort Als Trainer ist man immer neugierig auf neue Methodiken und Methoden. Man schielt auf andere und versucht, eine Trainingsmodell zu finden, daß den Aktiven, die man trainiert, bes-ser paßt. Das bedeutet, daß es im Training manchmal Detailinhalte gibt, deren Wirkung man nicht direkt vorhersagen kann. Allerdings ist auch gerade dieses Suchen, daß den I-Punkt ausmachen kann und den Sportlern zum Erfolg verhilft. Durch das ,Zentrum für Leistungsentwicklung" (CPU) und dieses Projekt hat sich unser Interesse und unsere Bereitschaft, neue Wege in der Trainingsmethodik zu erproben, mit denen wir uns bisher noch nicht befaßt haben, weiter erhöht. Gerade über das Training in großer Höhe haben wir viel nachgedacht, aber erst jetzt haben wir die Möglichkeit erhalten, zur Tat zu schreiten. Auch die beteiligten Läufer waren sehr enthusiastisch, und sie haben auch zur Untersuchungsdurchführung selbst einen Beitrag geleistet. Göteborg im Januar 1994 Anders Börjesson Janne Bengtsson Problemstellung und Anliegen Eine der wichtigsten Funktionen eines Trainers besteht darin, den Aktiven so anzuleiten und zu unterstützen, daß er im richtigen Augenblick seine beste Leistung bringen kann. Hier ha-ben die Aktiven und Trainer ihre eigenen individuellen Kniffe, um Bestleistungen zu erbrin-gen. Unserer Meinung nach gibt es aber einige gemeinsame Nenner. Einer davon ist das Training in großer Höhe. Wir gehen nämlich von der einfachen Tatsache aus, daß viele der weltbesten Läufer in die Höhe gehen, um sich den letzten Schliff für ihre Form zu holen. Wir glauben, daß diese Läufer überzeugt sind, daß der Aufenthalt in der Höhe positiv Wirkungen bringt. Und genau deshalb wollen wir untersuchen, ob das tatsächlich der Fall ist. Unsere Fragestellung lautet folglich, inwieweit ein Mittelstreckenläufer seine Wettkampfleistung nach einem ungefähr zweiwöchigen Trainingsaufenthalt in großer Höhe verbessern kann. Und dies soll im Zusammenhang mit der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung erfolgen. 1) Der Aufenthalt an sich ist vollkommen unkompliziert. Das Ziel unseres Projektes besteht darin, ein, wenn möglich, optimales Modell für Training, Ernährung und Umgebung zu finden, um beim Aktiven einen Effekt zu erzielen, der so gut wie möglich ist. __________________________________________ 1) Wir betrachten Läufer, die 800, 1500 oder 5000 m als ihre Spezialstrecke angeben. __________________________________________ Methode Bei der Be- und Auswertung unseres Projektes verwenden wir den Terminus ,Effekt". Die-sen Terminus unterteilen wir in drei Urteile: positiver Effekt, negativer Effekt und Effekt. Ein positiver Effekt ist es dann, wenn der Aktive selbst merkt, daß sich sein sportliches Lei-stungsvermögen sich pürbar verbessert hat und sich das direkt im Wettkampf widerspiegelt. Ein negativer Effekt ist der Gegensatz dazu. Diese Bewertungen sind größtenteils subjektiv. Ein Effekt ist eine objektive Einschätzung, so weit sie auf faktischen Meßergebnissen unter klinischen Bedingungen beruhen. Eine Beurteilung kann folglich so aussehen, daß der Aufenthalt in großer Höhe einen Effekt hat. Parallel kann die Aussage lauten, der Aufenthalt hat einen positiven oder negativen Ef-fekt. Da wir die Trainer der beteiligten Läufer sind, haben wir einen guten Überblick über den in-dividuellen körperlichen Zustand der Aktiven. Wir meinen auch, daß uns unser enger Kontakt mit den Aktiven einen ausreichenden Instinkt dafür hat entwickeln lassen, wie die Sportler auf verschiedene Wettkampf- und Stressituationen reagieren. Durch die kontinuierlich geführte Diskussion über diese Faktoren vor uns nach dem Höhenaufenthalt, wie auch durch die Aufzeichnung aller körperlichen Aktivitäten konnten wir die positiven und negativen Effekte beurteilen. Der Effekt des Höhenaufenthalten konnte mittels Milchsäureschwellentest gemessen werden. Der Test besteht aus mindestens fünf ansteigenden Laufbelastungen für den Aktiven. In unserem Fall haben wir die Geschwindigkeit des Laufbandergometers erhöht. Die Belastung wurde so gewählt, daß die Milchsäureschwelle zwischen der dritten und vierten Belastungsstufe erreicht wurde. 2) Die Läufer liefen vier Minuten auf jeder Belastungsstufe. Danach wurden Blutproben entnommen. Mit den Ergebnissen der Milchsäureanalyse kann ein Graph gezeichnet werden, auf dem die Laufgeschwindigkeit und die Milchsäurekonzentration eingezeichnet werden. Die Milchsäurewerte werden verbunden, und der Punkt, an dem 4 mmol/l erreicht werden ist die individuelle Milchsäureschwelle des Sportlers. Dieser Punkt hat viele Namen und kann auch als anaerobe Schwelle, Vhla4 oder OBLA (Onset of Blood Lactate Accumulation) bezeichnet werden. Die Tatsache, daß gerade 4 mmol/l verwendet werden beruht darauf, daß Individuen mit einem bestimmten Training hier einen gewissen Gleichgewichtszustand zwischen produzierter und abtransportierter Milchsäure haben. 3) Dieser Milchsäuretest wurde vor und nach dem Höhenaufenthalt mit einem identischen Versuchsaufbau und der gleichen Ausrüstung durchgeführt. Milchsäurewerte wurden vor uns nach dem Höhenaufenthalt auch bei Wettkämpfen ermittelt. Hier wurden die ersten Blutproben eine Minute nach Zieleinlauf entnommen, die anderen nach drei Minuten. Unsere Bewertung des Trainingsortes lautet, daß er gute Laufmöglichkeiten und Möglichkeiten der Wiederherstellung bot. Es bestand auch der Wunsch, daß er mindestens 1500 m über Meeresniveau liegen und die Anreise unproblematisch sein sollte. Wir entschieden uns für das in 1800 m Höhe liegende St. Moritz, wo diese Bedingungen mehr als gut erfüllt wurden. _________________________________________________ 2) Milchsäureschwelle (Laktatschwelle); bei niedriger Trainingsbelastung ist die Milchsäurebildung im Muskel gering, über eine bestimmte Trainingsbelastung hinaus jedoch führt jede Geschwindigkeitssteigerung aber zu eine großen Zunahme der Milchsäurebildung. Diese Trainingsbelastung wird als Milchsäureschwelle bezeichnet (MT). MT entspricht einer Belastungsintensität von ungefähr 60 bis 80 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme (Trainierte haben hier eine höhere Prozentzahl als Untrainierte). Der Milchsäuregehalt des Blutes bei MT liegt bei 4 mmol/l, und deshalb wird MT oftmals als Trainingsbelastung (oder Laufgeschwindigkeit) angegeben, bei der das Blutmilchsäureniveau 4 mmol/l passiert. 3) Idrottens Forskningrad, RF (1987). Konditionsträning ___________________________________________________ Versuchsdurchführung In den ersten Sommermonaten wurde der Aufenthalt geplant, und nach einigen Veränderun-gen konnten wir die ersten Schwellentests am 5. August durchführen. Bei einigen Läufern wurde gleichzeitig das Milchsäureniveau nach dem Wettkampf gemessen. Das passierte im Zusammenhang mit den Schwedischen Jugendmeisterschaften vom 7. bis 9. August. Im Zusammenhang mit den ersten Messungen wurde auch ein Läufer als Kontrollproband verpflichtet. Die gleichen Messungen wurden mit diesem Sportler durchgeführt, der Unterschied bestand nur darin, daß er keinen Höhenaufenthalt absolvierte. Am 11. August kamen die Läufer in St. Moritz an. Drei von ihnen blieben hier bis zum 22. August. Am 26. August fuhren dann die drei letzten Läufer wieder nach Hause. Drei der Läufer nahmen am Länderkampf gegen Finnland am 28. - 29. August teil, bei einem wurden wiederum Milchsäuretests durchgeführt. Am 1. September wurden bei zwei der drei zuerst aus der Höhe zurückgekehrten Läufer Schwellentests durchgeführt. Am 3. September beteiligten sich zwei der zuletzt nach Hause zurückgekehrten Läufer an einem Wettkampf, wobei aber keine Proben genommen wurden. Mit diesen Läufern wurden am 6. September Schwellentests durchgeführt. Training Die ersten drei Tage waren für die Akklimatisierung vorgesehen. Aus diesem Grund war das Training nicht so umfassend. Es beinhaltete leichtes Distanz-, Technik- und Koordinationstraining. Die Läufer trainierten mindestens eine Einheit pro Tag. Nachdem das Training umfassender und rationeller wurde, stieg die Zahl der Trainingseinheiten auf zwei täglich. Dabei wurde mit niedrigerer oder viel niedrigerer Intensität als beim Heimtraining trainiert. Das Distanztraining wurde mit einer niedrigeren Geschwindigkeit als im Heimtraining absolviert (15 - 20 km/h). Nur selten wurden mehr als 15 km (auf einmal) gelaufen. Dieses Training wurde in einer Höhe von 1800 bis 2500 Meter über Meeresniveau absolviert. 4) Koordinations- und Techniktraining wurde davon getrennt realisiert oder im Zusammenhang mit dem Lauf über längere Strecken (nach dem Lauf). Während des Aufenthaltes wurden vier bis sieben Trainingseinheiten diesen Charakters absolviert. Zwei Einheiten mit Intervalltraining wurden als Schwellentraining absolviert und das Tempo lag hierbei deutlich unter dem Normalen. Techniktrainingseinheiten (Intervalle mit Wettkampfgeschwindigkeit) wurden mit normalem Tempo, aber längeren Phasen der Ruhe, durchgeführt. Auch dieser Typ Intervalltraining wurde zweimal durchgeführt. Eine Schnelligkeitseinheit wurde bei längerer Ruhe und kürzeren Laufstrecken als normal durchgeführt. Alle diese mehr oder minder harten Technik- und Qualitätseinheiten wurden in 1800 m Höhe absolviert. Die Läufer achteten sehr darauf, daß untereinander kein Druck entstand, beim Distanz- und Qualitätstraining eine zu hohe Geschwindigkeit zu laufen. ________________________________________________ 4) Es gab Laufstrecken in unterschiedlichen Höhen. Der Transport dorthin erfolgte mit dem Lift oder dem Auto. ________________________________________________ Voraussetzungen Ein wichtiger Faktor bei dieser Art Vorbereitungstraining sind die äußeren Umstände, die so gut wie möglich gestaltet sein sollten. Damit meinen wir die Unterbringung, die Verpflegung, die Möglichkeiten zur physischen und psychischen Erholung. Während des Sommers gibt es eine intensive Wettkampftätigkeit der Läufer, was an die Läufer und ihrer Umgebung hohe Anforderungen stellt. Wir meinen, daß das Gefühl, dies hinter sich zu lassen, sehr wichtig ist. Die Vorbereitung sollte folglich in einer Umgebung erfolgen, die mit den Mustern des Heim-trainings zu einem bestimmten Teil bricht. St. Moritz erfüllt alle diese Anforderungen. Dort ist es sehr schön, es gibt nur wenig Autos, es gibt Wälder, in denen man trainieren kann, es gibt gutes Essen, gute Unterbringungsmöglichkeiten und außerdem Trainingsmöglichkeiten auf der Laufbahn, wenn dies notwendig ist. Die Gemeinde liegt in einer Höhe von 1800 m. Auf diese Bedingungen mußten sich die sechs Läufer einstellen. Allein der Aufenthalt an sich zehrt am Körper, und nun mußte auch noch trainiert werden. Um ein Übertraining zu vermeiden, beschlossen wir, die Läufer mit einfachen Mitteln zu kontrollieren. Wir stellten eine Waage auf und forderten die Läufer auf, sich täglich zur gleichen zeit zu wiegen. Außerdem mußten sie über die aufgenommene Nahrung und Flüssigkeit Buch führen. dabei konnten sie auch selbst sehen, ob sie mit irgend etwas leichtfertig umgingen. An jedem Morgen wurde der Puls ermittelt. Wir informierten die Aktiven auch über die Bedeutung eines reichlichen Schlafes. Es wurde die Stundenzahl pro Nacht aufgezeichnet. Die Aktiven notierten auch ihr Gefühl nach jeder Trainingseinheit, was im Nachgang diskutiert wurde. Ergebnisse Während des Höhenaufenthaltes konnten nur geringe Puls- und Gewichtsveränderungen festgestellt werden. Bei normalen längeren Strecken wurden bei den Läufern festgestellt, daß sie bei der geringsten Steigung sehr stark nach Luft schnappten. Dies war charakteristisch insge-samt und insbesondere bei kurzen schnellen Läufen ausgeprägt. Darin wurde auch der größte Unterschied zur Situation im Heimtraining gesehen. Bei kurzen Läufen und bei Intervallläufen wurde ein hoher Puls festgestellt, der aber nach relativ kurzer Erholungszeit wieder sank. Bei einer intensiven Einheit (allerdings wiederum mit niedrigerer Geschwindigkeit als im Heimtraining) mit acht Läufen über 200 bis 400 Meter und zwei bis drei Minuten Erholung befand sich der Puls schon vier Minuten nach dem Ende der Einheit bei unter 100 Schlägen pro Minute. Beim Vergleich der Schwellwerte vor und nach dem Höhenaufenthalt hatten sich sämtliche getesteten Läufer verbessert. Der Läufer ohne Höhenaufenthalt hatte bei beiden Tests den gleichen Schwellenwert. Wir schätzen deshalb ein, daß der Höhenaufenthalt einen faktischen Effekt bei den beteiligten Läufern erzeugte. Fünf der sechs Läufer erreichten ihrer Meinung nach auch bei den nach dem Höhenaufenthalt absolvierten Wettkämpfen ein besseres Leistungsvermögen. Dieses Gefühl stellte sich zu verschiedenen Zeitpunkten nach dem Höhenaufenthalt ein. Einige Läufer hatten es bereits ein bis zwei Tage nach der Rückkehr aus der Höhe. Andere erlebten in der ersten Woche einen negativen Effekt, und das positive Gefühl stellte sich erst danach ein. Einer der Läufer fühlte sich in den ersten zehn Tagen nach der Rückkehr schlechter, um dann 14 Tage nach der Rückkehr positive Effekte zu spüren. Wir können also feststellen, daß es zu positiven Effekten gekommen ist, wenn auch zu individuell unterschiedlichen Zeitpunkten. 6) _____________________________________________ 6) Gerade diese Einschätzung ist unsicher, insbesondere wenn sich der Effekt nach der Rückkehr verzögert. Das hat unserer Meinung nach seine Ursache in unkontrollierten Faktoren, die dann eine Rolle spielen können. _____________________________________________ Die Milchsäurewerte im Zusammenhang mit den Wettkämpfen ergaben kein eindeutiges Ergebnis, Einige der Läufer erreichten aber interessante Meßwerte. Beispiel Wettkämpfe vor dem Höhenaufenthalt 8.8. 1500-m-Lauf in 3:47.3 Hla nach einer Minute: 8,6 mmol Hla nach drei Minuten: 10,7 mmol 9.8. 800-m-Lauf in 1:48.9 Hla nach einer Minute: 10.7 mmol Hla nach drei Minuten: 10.3 mmol Hier kann also ein höherer Milchsäurewert nach drei Minuten festgestellt werden. Der gleiche Läufer nach der Rückkehr aus dem Höhentrainingslager 28.8. 1500-m-Lauf in 3:45.8 Hla nach einer Minute: 11.8 mmol Hla nach drei Minuten: 8.0 mmol 3.9. Training, 7 x 300-m- (41.7) eine Minute Erholung im Gehen Hla nach einer Minute: 11.6 mmol Hla nach drei Minuten: 9.7 mmol Hier können wir feststellen, daß es nach drei Minuten zu einem niedrigeren Milchsäurewert kommt. Wir meinen, daß das eine Auswirkung des Trainings in der Höhe ist. In den folgenden Abbildungen werden die Ergebnisse der OBLA-Tests vor und nach dem Höhentrainingslager in St. Moritz dargestellt: Die Abbildungen 1 bis 4 zeigen die individuellen OBLA-Werte der Läufer, die am Höhentrainingslager teilgenommen haben. Abbildung 5 zeigt die OBLA-Werte für Läufer ohne Höhenaufenthalt. Wir sehen hier, daß sich Läufer E nicht verbessert hat, während es bei den Läufern A bis D zu verbesserten Werten gekommen ist. Das zeigt, daß ein Höhenaufenthalt bei Läufern zu Effekten führt.
© Copyright 1996 Rapport 2 - utvecklingsprojekt. Published by Centrum för Prestationsutveckling. All rights reserved.

Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences training science
Published in:Rapport 2 - utvecklingsprojekt
Language:Swedish German
Published: Farsta Centrum för Prestationsutveckling 1996
Pages:21-27
Document types:article
Level:advanced intermediate