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Ausdauernd laufen in Schule und Verein. Grundlagen des Ausdauertrainings mit Kindern und Jugendlichen

Ausdauer als konditionelle Leistungsvoraussetzung und Fähigkeit besitzt für viele Sportarten eine herausragende Bedeutung. Es ist aber nicht der sportartspezifische Wettkampfsport allein, aus der diese Bedeutung erwächst, gibt es doch seit Langem ausdauerorientierte Angebote und Aktivitätsformen für den Gesundheits- und Fitnessport genauso wie für den Freizeit- und Alterssport. Angesichts der nachhaltigen positiven Wirkungen einer gut entwickelten Ausdauer auf die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit wie auch auf die psychische Stabilität in Belastungssituationen insgesamt ist (auch wieder) eine verstärkte Hinwendung des Schulsports zur Ausdauerentwicklung zu erkennen. Die Herausforderungen bei der Gestaltung von Trainingsangeboten zur Ausdauerentwicklung sind vielfältig, sollen sie doch dem jeweiligen individuellen und Gruppenzielen entsprechen, sollen der aktuellen Belastbarkeit entsprechen und einen Beitrag zur Gesunderhaltung und/oder der Verbesserung der Leistungsfähigkeit leisten. In diesen Ausbildungs- und Trainingsprozessen nehmen schulische und Vereinsangebote eine wichtige Rolle ein, wenden sie sich gerade an Kinder und Jugendliche. Diese machen in diesen Zusammenhängen erstmals Bekanntschaft mit dem Ausdauertraining. Eine der Bewegungsgrundformen, das Laufen, eignet sich für ein Ausdauertraining in besonderer Weise, da in vielen Sportarten und Bewegungsformen läuferische Bestandteile enthalten sind. Insofern ist die Motivation für ein effektives, die Ausdauer entwickelndes Training auch über diesen Zugang gut zu entwickeln. Dies trifft natürlich auf typische Ausdauerdisziplinen wie den Mittel- oder Langstreckenlauf oder den Triathlonsport und den Skilanglauf genauso zu wie für die Mannschaftssportarten Fußball, Hockey, Handball oder Basketball. Aus der Spezifik der Ausdauer, einerseits als physische und psychische Ermüdungswiderstandsfähigkeit, aber auch als Wiederstellungsfähigkeit bieten sich unterschiedliche Ansatzpunkte für die verschiedenen Sportartengruppen. Damit dieses Training die angestrebte und mögliche Wirkung erzielen kann, müssen sich Sportlehrer, Übungsleiter und Trainer Wissen aus verschiedenen Bereichen aneignen. Natürlich müssen sie sich mit den energetischen Prozessen bei Ausdauerbelastungen befassen, müssen auch wissen, welche Aussage mit Parametern wie der maximalen Sauerstoffaufnahme oder dem Blutlaktatwert getroffen werden können oder wie man durch die Herzfrequenz ein Ausdauertraining steuern kann. Sie sollten aber ebenso über vertiefte Kenntnisse zu Trainingsmethoden (Dauer-, Intervall- und Wiederholungsmethoden) verfügen und deren spezifische Wirkung kennen. Für die Gestaltung eines interessanten und abwechslungsreichen Trainings sind aber genauso alternative Trainingsmittel wie Schwimmen oder Nordic Walking geeignet, weshalb sich die Lehrer und Trainer auch damit befassen müssen. Neben diesen übergreifenden Themen aus der Trainingswissenschaft bedarf es spezieller Kenntnisse zum Lauftraining. Dazu gehören die richtige (perfekte) Lauftechnik, die Sportlehrer und Trainer mit ihren Schülern und Sportlern entwickeln müssen genauso wie Möglichkeiten der laufspezifischen Trainingsplanung und -steuerung in einem langfristigen Trainingsprozess (inklusive geeigneter Tests der individuellen Leistungsfähigkeit) insbesondere im Kinder- und Jugendalter. Dieses Wissen - gepaart mit zunehmenden praktischen Erfahrungen der Nutzung von geeigneten Spiel- und Übungsformen - muss dann in der Trainingsplanung umgesetzt werden. Wer sich in einem solchen Prozess befindet und nach Anleitung und Unterstützung sucht, der findet in diesem Buch von Jörg Haas einen guten Begleiter. Denn der Autor folgt konsequent dieser Zielstellung der Vermittlung sowohl von bio- und trainingswissenschaftlichen Grundlagenkenntnissen als auch der Präsentation von praktischen Beispielen des läuferischen Ausdauertrainings. Dazu verknüpft er sein Wissen und seine Erfahrungen zu 20 Stundenbildern für die Unterstufe sowie Mittel- und Oberstufe, wobei letztere in rein praktische Einheiten und Einheiten mit einer Theorie-Praxis-Verknüpfung untergliedert sind. Die von ihm entwickelten Ideen und Vorschläge sind aber nicht nur für den Schulsport geeignet, sondern können gerne auch als Grundlage der Trainingsplanung im Sportverein genutzt werden. Die Möglichkeit des Downloads der Teilnehmermaterialien aus dem Internet wie auch 15 Videoclips zur Lauftechnik erweitern die Einsatzmöglichkeiten dieses Praxishandbuchs nochmals sehr sinnvoll.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:endurance sports junior sports training science school sport
Language:German
Published: Balingen Spitta 2013
Edition:Balingen: Spitta, 2013.- 114 S.
Pages:114
Document types:book
Level:advanced