Das Pferd im Blickpunkt der Wissenschaft

Dieser Tage ist der Pferdesport mit der Sparte des Dressurreitens in aller Munde. Das "Wunderpferd" Totilas ist vor Kurzem erstmals mit einem deutschen Reiter bei einer Meisterschaft vor die Preisrichter getreten. Noch lief nicht alles "rund", was auch damit begründet wurde, dass sich Pferd und Reiter erst relativ kurz kennen, das Zusammenspiel noch nicht optimal funktioniert, ja nicht funktionieren kann. Wenn man der Frage nachgehen möchte, weshalb das so ist, weshalb die Gewöhnung aneinander, weshalb die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von den Lektionen und deren Präsentation nicht über Nacht passieren kann, wie der Charakter und die Eigenschaften eines Pferdes Berücksichtigung finden müssen und wie ein Reiter damit umgehen kann, dann kann die Zusammenstellung von wissenschaftlicher Fachliteratur zu verschiedenen Aspekten des Pferdesports von Konstanze Krüger eine wichtige und interessante Hilfe sein. Was kann sich also dahinter verbergen, wenn ein Reiter "die Sprache des Pferdes verstehen" lernen muss und worauf beruht diese. Wie kann ein Reiter seine Beziehung zum Pferd so gestalten, dass einerseits die mögliche (und zumindest im Dressurreiten auch notwendige) Leichtigkeit erhalten bleibt, andererseits klar ist, wer der "Chef im Ring" ist? Die Erklärungen und Lösungen finden sich bei der Beschäftigung mit dem Sozialverhalten von Pferden wie auch im Verständnis von den geistigen Fähigkeiten dieser Tiere. Und das sind auch die Themen, um die sich dieser Aufsatz dreht. Wie sieht es also aus das Sozialsystem Pferd und wie agiert und reagiert es. Was passiert, wie bei Totilas, bei einem Umzug von einem Reitstall in einen anderen oder von einem Reiter zu einem anderen, wie kann sich zwischen dem neuen Doppel Vertrauen aufbauen, wie kann der neue Reiter sein Pferd schnell mit dessen Eigenschaften und Marotten kennenlernen und verstehen, wie gemeinsam an einer sportlichen Bewegungsaufgabe gearbeitet werden kann. Woran erkennt ein Pferd die Bezugspersonen und wie stellen sich innerhalb von Pferdegruppen Hierarchien dar, wonach richten diese sich. Eng verbunden damit sind die Fragen nach den individuellen Persönlichkeitszügen des Pferdes, die, die es einem Reiter leicht(er) machen mit ihm umzugehen und die, die schnell und nachhaltig Probleme produzieren können. Eng verbunden mit den charakterlichen Eigenschaften sind die verschiedenen Themen der geistigen Potenziale von Pferden. Bekannt ist ihr extrem gutes Langzeitgedächtnis, was wissen wir aber über das im Vergleich zum Menschen andersartige (nur zweifarbige) Sehen von Pferden und wie beeinflusst das dessen Bewegungen. Konstanze Krüger hat die zugängliche Fachliteratur zu diesen und weiteren Themen untersucht, hat die vorliegenden Erkenntnisse systematisch zusammengetragen und vorgestellt. Dabei geht es ihr aber nicht um die akademische Untersuchung allein, sondern auch darum, daraus praktische Handlungsanweisungen, Empfehlungen und Tipps für die Pferdesportpraxis abzuleiten. Die Fragen nach den praktischen Konsequenzen der Erkenntnisse bilden stets den Abschluss eines Kapitels, weshalb diese Arbeit auch oder gerade für Reiter und Reiterausbilder eine interessante Lektüre werden wird.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:technical sports
Language:German
Published: Wald Xenophon-Verl. 2010
Edition:Wald: Xenophon-Verl., 2010.- 83 S.
Pages:83
Document types:book
Level:intermediate