Schneller Sprinten und Laufen in allen Sportarten

Laufen (und Sprinten als eine spezifische Form des Laufens) ist als Bewegungsgrundform Bestandteil einer Vielzahl von Sportarten: Natürlich der Leichtathletik und des Triathlons, aber auch des Gerätturnens am Boden oder Sprunggerät, in nahezu allen Sportspielen vom Fußball bis zum Eishockey, vom Badminton bis zum Tennis wird gelaufen und gesprintet, aber auch in den Wintersportarten Skilanglauf, Eisschnelllauf oder Eiskunstlauf. Wegen dieser zentralen Stellung im Sport ist das Interesse daran, sich schnell und effektiv eine möglichst ökonomische, den jeweiligen sportartspezifischen Anforderungen entsprechende Lauftechnik und Sprintfähigkeit anzueignen, sehr ausgeprägt. Entsprechend umfangreich ist auch das Angebot an Trainingsliteratur zum Lauf, entweder in allgemeiner Form, aber auch in den verschiedenen Sportarten oder für unterschiedliche Altersgruppen vom Kind bis zum Senior oder für verschiedene sportliche Zielstellungen vom Gesundheits- bis zum Hochleistungssport. Mit dem von Wolfgang Schöllhorn vorgelegten Buch wird dieses Angebot um eine sehr interessante, neue Facette erweitert. Er hat sich in den letzten Jahren sehr intensiv mit den neurophysiologischen und lerntheoretischen Grundlagen von Grundformen der Bewegung befasst. Der darauf basierende theoretische Ansatz des differenziellen Lernens von Bewegungen ist von ihm (und seinen inhaltlichen Mitstreitern) inzwischen in verschiedenen Sportarten erfolgreich studiert worden. Dabei sind die Wissenschaftler aber nicht stehengeblieben, sonder inzwischen liegen Programme für die praktische Anwendung der Erkenntnisse in der Trainingspraxis vor. Im vorliegenden Buch werden die theoretischen Positionen umfassend vorgestellt und diskutiert, um das Verständnis dafür zu entwickeln, wie physikalisch-biomechanische Voraussetzungen mit anatomisch-funktionellen und muskelphysiologischen Grundlagen so zusammengeführt werden können, dass eine optimale Bewegung entsteht - und das in einem Lern-,Übungs- oder Trainingsprozess, an dessen Abschluss eine effektive und nachhaltig verfügbare Bewegung steht. Die entwickelte Sprint- und Laufschule wird detailliert mit den verschiedenen Einzelübungen von der aktiven Fußgelenksarbeit über den Kniehub bis zum Stampfen vorgestellt. Sie bietet durch ihre detaillierte, am praktischen Trainingsgeschehen orientierte Gestaltung ein sehr nützliches Hilfsmittel für Sportler, Übungsleiter und Trainer, die sich dem Thema Geschwindigkeitsentwicklung im Sprint zuwenden wollen. Dazu gehört auch das Kapitel Gymnastik, das mit einer funktionell sowie einer koordinativ bzw. rhythmisch orientierten Gymnastik Anregungen zum Sprint spezifischen Muskelfunktions- und Koordinationstraining gibt und die Muskelsynergiezonen gezielt ansprechen soll. Inhalt Kapitel 1 Über Laufen und Sprinten Kapitel 2 Theoretische Grundlagen - Anatomische funktionelle Voraussetzungen 2.1 Allgemeines zum Sprint 2.2 Physikalisch-biomechanische Voraussetzungen 2.2.1 Zu den auftretenden Kräften 2.2.2 Zum Wechselwirkungsprinzip 2.2.3 Zum Hebel 2.2.4 Zur Drehimpuls- und Impulserhaltung 2.3 Anatomisch-funktionelle und muskelphysiologische Grundlagen 2.3.1 Die Bewegung aus der optimalen Position beginnen - Zur Ausgangslänge des Muskels (Geometrische Verhältnisse) 2.3.2 Durch Vordehnung größere Kräfte erzeugen - Zum Bewegungszustand des Muskels Kapitel 3 Zum Bewegungslernen - unter Mitarbeit von Luis Mendoza 3.1 Das Bewegungslernen als Prozess der Informationsverarbeitung 3.2 Wie lernt der Sportler optimale Bewegungen? 3.3 Information - ein Schlüssel-Element des Lernens 3.3.1 Die Informationsaufnahme - Überall im Körper sind Sensoren 3.3.1.1 Die Augen können nicht alles sehen 3.3.1.2 Das Gehör hilft beim Schrittrhythmus 3.3.1.3 Das Bewegungsgefühl liefert am schnellsten Informationen über den Körper 3.3.2 Die Informationsübertragung - Nerven als"verknotete" Leitungen 3.3.3 Die Informationsverarbeitung - Das ZNS als Kommandozentrale und Speicher von Bewegungen 3.3.4 Die Informationsausgabe - Die Impulsmuster unterliegen Schwankungen 3.4 Bewegungen lernen und lehren 3.4.1 Eine Lernstrategie - Die Kontrolle des Informationsflusses 3.4.2 Lernen als Abbau von Information 3.4.2.1 Lernen aus Differenzen 3.4.2.2 Lernen durch Differenzen 3.5 Die Bedeutung der Rückmeldungen zur Bewegungskorrektur 3.5.1 Die Kommunikation zwischen Trainer und Sportler optimieren Kapitel 4 Die Sprint- und Laufschule 4.1 Der Sprintschritt 4.2 Die Rumpf-Kopf-Haltung 4.3 Die Armarbeit beim Sprint und bei den Übungen 4.4 Koordinationstraining zu den fünf Phasen 4.4.1 Aktive Fußgelenksarbeit (AFG) 4.4.2 Fußgelenksarbeit auf Druck (FGD) 4.4.3 Anfersen (ANF) 4.4.4 Kniehub (KH) 4.4.5 Stampfen (STMP) 4.5 Weiterführende Übungen 4.5.1 Übungskombinationen zu den fünf Phasen 4.5.2 Konditionell anspruchsvolle Trainingsformen 5 4.5.3 Weitere Variationen des Sprinttrainings 4.6 Spezielle Übungen zum Start 4.6.1 Grundformen des Startablaufs 4.6.2 Start und Lauf verbinden Kapitel 5 Gymnastik - unter Mitarbeit von Peter Hurth 5.1 Allgemeines 5.2 Muskelsynergiezonen 5.3 Funktionsgymnastik mit Schwerpunkt auf einzelne Aspekten der fünf Phasen eines Sprintschritts 5.3.1 Muskelsynergiezone I - zur aktiven Fußgelenksarbeit und Fußgelenksarbeit auf Druck 5.3.2 Muskelsynergiezone II - zum Anfersen, Kniehub und Stampfen 5.3.3 Muskelsynergiezone III - zur Rumpf-/Beckenhaltung 5.3.4 Muskelsynergiezone IV und V - zur Armarbeit 5.4 Gleichgewichts- und Stabilisationsschulung 5.4.1 Gleichgewichtsschulung 5.4.2 Stabilisation 5.5 Bewegungskombinationen Kapitel 6 Trainingspläne
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:training science
Language:German
Published: Schorndorf Hofmann Verlag 2011
Edition:Schorndorf: Hofmann, 2011.- 184 S.
Series:Praxisideen. Schriftenreihe für Bewegung, Spiel und Sport, 46
Pages:184
Document types:book
Level:intermediate