Sportwissenschaft 2.0 - Sport vermitteln im Social Web?

Die Entwicklung sog. "social software" hat in den letzten Jahren vollkommen neue Möglichkeiten und Dimensionen geschaffen, um bisher primär passive Konsumenten von Publikationen, Information oder Wissen viel stärker in einen zunehmend aktiven Informations- und Kommunikationsprozess einzubinden. Die dafür erforderlichen konzeptionellen Voraussetzungen und technologischen Lösungen sind dabei oftmals im Zusammenspiel von Fachwissenschaftlern und den Softwareentwicklern geschaffen worden. Dies lässt sich auch für die Sportwissenschaft und den Sport konstatieren. Mit den Web 2.0 - Technologien sind in unterschiedlichen Feldern des Sports und der ihn begleitenden und analysierenden Sportwissenschaft, für die studentische Ausbildung, die akademische Lehre, für Training und Wettkampf auf unterschiedlichen Leistungsebenen, für den Leistungssport genauso wie für den Freizeit- oder Gesundheitssport entwickelt worden. Allerdings ist die anfängliche Euphorie inzwischen einer nüchterneren, die tatsächlichen zeitlichen, intellektuellen, personellen und technischen Anforderungen und nachhaltigen Konsequenzen qualitativ anspruchsvoller "social software" - Lösungen kennenden Betrachtungsweise gewichen. Das Thema wird inzwischen weit stärker als in den Anfangsjahren in seiner umfassenden Komplexität betrachtet, auch wenn sich Lösungen nicht selten auf nur ausgewählte Ausschnitte einer Problemstellung konzentrieren, für die Web 2.0 - Lösungen besonders geeignet erscheinen. Im vorliegenden Sammelband werden in den acht Beiträgen inhaltlich sehr unterschiedliche Aufgaben bzw. Probleme vorgestellt, für deren Bearbeitung entsprechende Konzepte mit "social software" entwickelt worden. Diese reichen vom Bewegungslernen und Videopodcasting (im Tennis) über ein multimediales Adipositas-Trainingssystem bis zu einem System, mit dem Jugendliche selbst Lernmaterialien im Trendsport entwickeln können und dem Einsatz digitaler Medien in der Ausbildung von Trainern. Dabei werden die konzeptionellen Denkansätze veranschaulicht, wird diskutiert, welche inhaltlichen Schwerpunkte sich eignen, um "social software" einzusetzen und ob die programmtechnische Entwicklung geleistet werden kann, und wenn ja, mit welchem Aufwand, wie solche Lösungen dann auch nachhaltig betrieben werden können. Sehr deutlich werden die Potenziale dieser Medienformen herausgestellt, ohne aber die Probleme und Herausforderungen auszusparen, die ebenfalls mit Web 2.0 - und hier im Sport und in der Sportwissenschaft - verbunden sind.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:social sciences theory and social foundations
Language:German
Published: Köln Sportverlag Strauß 2010
Edition:Köln: Sportverlag Strauß, 2010.- 136 S.
Series:Sport - Medien - Gesellschaft, 11
Pages:136
Document types:book
Level:advanced