Optimales Tennistraining. Der Weg zum erfolgreichen Tennis vom Anfänger bis zur Weltspitze
Die sportliche Technik hat sich in den letzten Jahren im modernen Tennissport kontinuierlich weiterentwickelt. In gleicher Weise hat es sehr große Veränderungen und Fortschritte in ihrer Vermittlung gegeben. Fragen des Technikerwerbstrainings und der Perfektionierung eines großen Repertoires sportartspezifischer technischer Fertigkeiten stellen deshalb auch einen der inhaltlichen Schwerpunkte der Präsentation dar. Dabei kann der Autor auf sehr umfangreiche praktische Erfahrungen und theoretische Grundlagen zurückgreifen, war er doch über mehrere Jahrzehnte als Aktiver und Trainer im Hochleistungstennis tätig. Sein Ziel ist, basierend auf einer sehr detaillierten Analyse und Kenntnis Leistungsstruktur und der Leistungsfaktoren im Tennis, eine optimale Technik zu vermitteln, die dem jeweiligen Leistungs- bzw. Fertigkeitsniveau des Trainierenden angepasst ist. Für die Darstellung und die praktische Trainingsarbeit bedeutet dies, dass unterschiedliche Entwicklungsstufen und qualitative Ausprägungen für Schlägerhaltung, Beinarbeit, Schwungphase, Timing und rhythmische Bewegungsgestaltung, Handgelenkarbeit, Kopf- und Augenstellung innerhalb des sportartspezifischen Bewegungsablaufs Berücksichtung finden müssen. Dies ist in R. Schönborns Arbeit sehr gut gelungen. Darauf aufbauend entwickelt er die verschiedenen Schritte seines Konzeptes des Technikerwerbstrainings. Dabei verfolgt er hinsichtlich physiologischer und komplexer Lernvorgänge ein Konzept, das von Kernbewegungen ausgeht, die dann schrittweise zur wettkampftypischen Bewegung ausgeprägt wird. Dabei kommt es von Anfang an darauf an, dass sich der Spiel zum Ball bewegt, dass die Positionen auf dem Platz systematisch verändert und die Ballrichtungen, -längen und -winkel variiert werden und der Ball auf Zielflächen gespielt wird. In einem zweiten Schritt wird die Entfernung zwischen Trainer und Spieler verlängert, um Aushol- und Ausschwungbewegungen zu ändern. Im dritten Schritt findet das Spiel bzw. Training zwischen den Grundlinien statt, um wetkampftypische Bewegungen zu provozieren. Im sich anschließenden Technikanwendungstraining werden die verschiedenen Schläge wie Topspin, beidhändige Rückhand, Topspinflugball beiderseitig, Return und Passierball auf aktuelle Spielsituationen angewendet. In diesem Zusammenhang stellt das Buch auch Entwicklungen in der Aufschlagsgeschwindigkeit und -genauigkeit wie auch im Grundlinienspiel vor, die spürbare Konsequenzen für die Gestaltung des Trainings haben müssen. Dazu zählt die Erarbeitung entsprechender konditioneller Voraussetzungen (wie Schnelligkeit, Kraft oder Ausdauer), die Steigerung der Trainingseffektivität oder die Entwicklung sehr guter mentaler und kognitiver Leistungsvoraussetzungen. In Kapiteln zur Trainingsperiodisierung und der praktischen Umsetzung in Trainingsplänen für den Hochleistungsbereich entwickelt der Autor dann Ideen und Vorschläge, um durch eine entsprechende Gestaltung des Trainings die gewünschten sportlichen Entwicklungen tatsächlich vollziehen zu können. In der nunmehr vorliegenden 2., erweiterten Auflage wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass sich Entwicklungen im Männer- und Damentennis nicht immer parallel vollziehen. Im neuen Kapitel zum Damentennis werden diese geschlechtsspezifischen Unterschiede vorgestellt und auch Orientierungen gegeben, in welche Richtung sich das Damentennis zukünftig wahrscheinlich entwickeln wird. Dies wiederum hat dann große Bedeutung dafür, wie das Tennistraining inhaltlich zu gestalten ist, wie ein langfristiger Leistungsaufbau geplant wird und welche Trainingsschwerpunkte für Mädchen und Frauen in den verschiedenen Alters- und Leistungsgruppen gesetzt werden. Das abschließende Kapitel zum "optimalen Weg" des Tennistrainings fasst die Schwerpunkte des Trainingskonzepts nochmals zusammen und stellt eine Art Wegweiser für den praktischen Einsatz dar. Dabei verdeutlicht R. Schönborn nochmals die Trainingsziele, die u.a. darin bestehen - eine stabile Balllänge durch vielfältiges Präzisionstraining zu erreichen - Bewegungsgefühl bei den Tennisspielern zu entwickeln - größte Lernfortschritte bei minimaler Ballstreuung zu erreichen. Dazu ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Trainingsübungen stets nach der Zielstellung der Trainingseinheit ausgewählt werden, wofür der Autor sehr interessante Empfehlungen gibt.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Spielsportarten Trainingswissenschaft |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Balingen
Spitta
2010
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| Seiten: | 283 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |