Sensomotorisches Training versus klassisches Krafttraining
Seit der dimensionsanalytischen Strukturierung des Kraftverhaltens durch die "Freiburger Arbeitsgruppe Sportmotorik" vor nun mehr als 20 Jahren ist das Training der Kraftfähigkeit wesentlich zielgerichteter geworden. Dies hat zu einer deutlichen Optimierung der angestrebten Trainingseffekte in den verschiedenen Sportarten geführt. Jede Dimension des Kraftverhaltens, sei es Maximalkraft, Schnellkraft oder Kraftausdauer, hat sehr individuelle Ausprägungen bezüglich ihrer trainingswirksamen Belastungsgestaltung. So scheint ein zeitlich und methodisch abgestimmter Einsatz der verschiedenen Trainingsmethoden eine optimale morphologische und neuronale Anpassung des menschlichen Nerv-Muskel-Systems bewirken zu können (Bührle, 1985). Es muss dennoch, abgesehen von den Trainingsmethoden und Belastungsformen grundsätzlich unterschieden werden, mit welcher Absicht ein Krafttraining durchgeführt werden soll. Hier bietet sich hinsichtlich der anzustrebenden Trainingserfolge eine globale Unterteilung in Krafttraining im Leistungssport, Breiten- und Gesundheitssport und zur Rehabilitation an.
• Im Leistungssport ist Ziel des Krafttrainings eine optimale Anpassung des Nerv-Muskel-Systems an die spezifischen konditionellen Anforderungen der Ziel-Sportart, um eine maximale sportliche Leistung erzielen zu können.
• Im Breiten- und Gesundheitssport hat Krafttraining im physiologischen Sinn einen allgemein präventiven Charakter. Prophylaxe von Haltungsschäden und stoffwechselbedingten Insuffizienzen stehen hier im Mittelpunkt.
• In der Rehabilitation wird kraftaufbauendes Training zur Wiederherstellung des aktiven Bewegungsapparates nach Verletzung durchgeführt (Froböse et al., 1998).
Die Idee für diese Arbeit stammt aus dem komplexen Erfahrungsbereich aller drei oben genannten Gebiete. Wie beispielsweise aus der Kraftdiagnostik im Leistungssport hervorgeht, stellt sich in der Entwicklung der beiden quantitativ abschätzbaren motorischen Fähigkeiten Maximalkraft und Explosivkraft ab einem gewissen Trainingsalter ein deutlicher Plateaueffekt ein. Dies lässt sich anhand einer Längsschnittstudie über 12 Jahre aus der biomechanischen Leistungsdiagnose am IfSS Freiburg belegen. Dazu wurden zahlreiche Skispringer aus den verschiedenen Kaderstufen des Deutschen Skiverbandes über mehrere Jahre untersucht. Die zwei folgenden Schaubilder verdeutlichen diese Entwicklung.
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Trainingswissenschaft Kraft-Schnellkraft-Sportarten |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Freiburg
Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg
2003
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| Online-Zugang: | http://www2.sport.uni-freiburg.de/abteilungen/motorik/Projekte/Auswirkungen%20von/themen/Sensomotorisches%20Training%20versus%20klassisches%20Krafttraining.pdf |
| Seiten: | 111 |
| Dokumentenarten: | Dissertation |
| Level: | hoch |