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Einfluss physiologischer, anthropometrischer und rudertechnischer Parameter auf die Messbootleistung

(Influence of physiological, anthropometric and sport-technical parameters on measuring boat performance)

Seit vielen Jahren werden Ergometer und Messboot zur Leistungsdiagnostik im Rudern eingesetzt. Ergometertests erlauben die Erfassung der semispezifischen physiologischen Leistung unter kontrollierten Laborbedingungen, aber nur eine geringe Einschätzung der rudertechnischen Umsetzung. Im Messboot hingegen werden die physiologischen Leistungsdaten stärker durch äußere und rudertechnische Faktoren beeinflusst. Das Ziel dieser Studie besteht darin, den Einfiuss anthropometrischer technischer und physiologischer Faktoren von hochtrainierten Juniorenruderern (UlS-Nationalmannschaft) auf die Ruderleistung im Messboot (Achter mit Steuermann [8+]) zu untersuchen. Die Messboot- und Ergometerdaten aller Messbootfahrten der Juniorenachterselelction zwischen 2001 und 2008 fließen in die Untersuchung ein (N = 3D). Die statistische Auswertung besteht aus einer Korrelationsanalyse, auf deren Grundlage die Variablen für eine multivariate Regressionsanalyse selektiert werden. Das multivariate Modell berücksichtigt den Einfluss der Parameter Leistung bei [Laktat] 4 mmol/l (PLa4) und Körpermasse (KM) auf die abhängige Variable 'Mittlere Zyklusleistung am Innenhebel' (PIHZ). Die stärkste Korrelation besteht zwischen PIHZ und PLa4 (r = .43; p < 0.01), der Zusammenhang mit der Maximalleistung im Stufentest (Pmal) fällt schwächer aus (r = .202, p = 0.06). Der Zusammenhang mit Körpermasse bzw. Körperhöhe beträgt r = .331; p = 0.001 bzw. r = .295; p = 0.005. Das multivariate Modell mit den unabhängigen Variablen PLa4 und KM erklärt 20 % der PIHZ, wobei nur PLa4 mit p = 0.002 einen signifikanten Einfluss besitzt. Die Aufnahme technischer Parameter wie 'Verlustweg in der vorderen Umkehr' verbessert nicht die Aufklärung des statistischen Modells. Es besteht nur ein mittlerer Zusammenhang zwischen PLa4 und Messbootleistung. Der Zusammenhang mit Pmax fallt schwächer aus. Offensichtlich ist es den U19-Ruderern also nur begrenzt möglich, ihre physiologische Leistungsstärke im Boot zu realisieren. Dafür sind mehrere Ursachen zu diskutieren. Wahrscheinlich verhindern individuelle rudertechnische Defizite zu einem großen Teil die Umsetzung der Leistungsfähigkeit. Die Identifikation dieser Defizite anhand des Messbootes ist jedoch nicht gruppenweit durch Berücksichtigung einzelner Parameter möglich. Desweiteren behindern möglicherweise Interaktionen (Rhythmisierung, Schlagstruktur) innerhalb einer nicht eingefahrenen Mannschaft die Ausschöpfung der individuellen Leistungsfähigkeit. Schließlich bleibt unaufgeklärt welchen Einfluss Umweltbedingungen (Wind, Wellen) und der psychologische Druck einer Selektionssituation auf die rudertechnische Ausführung ausüben.
© Copyright 2010 Rudersymposium 2010. Abstracts. Veröffentlicht von Technische Universität. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Ausdauersportarten Biowissenschaften und Sportmedizin
Veröffentlicht in:Rudersymposium 2010. Abstracts
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Dortmund Technische Universität 2010
Online-Zugang:http://www.hs.tu-dortmund.de/rudersymposium/abstracts/pdf-dateien/3-5-treff-einfluss-physiologischer-anthropometrischer-und-rudertechnischer-parameter-auf-die-messbootleistung.pdf
Seiten:39
Dokumentenarten:Kongressband, Tagungsbericht
Level:hoch