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Gibt es eine Handschrift des Ruderlehrers?

Neuere Überlegungen der Bewegungslehre gehen davon aus, daß Lehrer bei ihren Interventionen die mehr subjektive Innensichts-Perspektive der von ihnen betreuten Lerner berücksichtigen sollen (vgl. KAMINSKI 1972, KÖRNDLE 1983, LIPPENS 1992). Sie müssen sich also sowohl als Experten für die Außensicht als auch für die Innensicht der Bewegung ausweisen! In einer Reihe von Untersuchungen haben wir ein Verfahren entwickelt, mit dem Interventionseffekte in Lern- und Optimierungsprozessen systematisch untersucht werden können (vgl. LIPPENS 1993). In Anlehnung an das Forschungsprogramm von GROEBEN u.a. (1988) benutzen wir dabei eine spezielle sportartbezogenen Kartenlegetechnik, um die Subjektiven Theorien der Sportler und Lehrer zu (re-) konstruieren. Die bisherigen Ergebnisse der Interventionsstruktur zwischen Lernern und Lehrern im Rudern legen den Schluß nahe, daß die sportartspezifische Inhaltliche Einflußnahme von Lehrern in Lernprozessen überschätzt wird. Eine Handschrift des Ruderlehrers konnten wir weder in den Auswirkungen des Bewegungsverhaltens noch in den Entwicklungen der Subjektiven Theorien finden!
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Trainingswissenschaft Sozial- und Geisteswissenschaften
Veröffentlicht in:Sportwissenschaft
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 1995
Jahrgang:25
Heft:4
Seiten:376-393
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch