Subjektive Funktionsscores des Bewegungsapparates in Ruhe-, Trainings- und Wettkampfphase bei unverletzten Kaderathleten im Stabhochsprung

(Subjective function scores for the musculoskeletal system of uninjured high-level competitive pole vaulters in recreational, training and competition periods)

Studienziel: Ziel der Untersuchung war es, zu untersuchen, inwieweit klinische Scores sensitiv genug sind, den Gesundheitsstatus von Leistungssportlern in unterschiedlichen Phasen eines Trainingsjahres zu objektivieren. Methode: 32 Stabhochspringer (17 männlich, 15 weiblich) der Leistungsklassen Landeskader bis Weltklasse wurden mit Unterstützung des Deutschen Leichtathletik Verbandes und des Leichtathletik Verbandes Nordrhein über den Zeitraum eines gesamten Wettkampfjahres begleitet. Zu drei festgelegten Zeitpunkten (Erholungsphase, Trainingsphase und Wettkampfphase) erfolgte eine subjektive Scoreerhebung durch die Athleten. Hierzu verwendeten wir die Tegner-Activity-Scale (TAS), den Lysholm-Score sowie den WOMAC-Index (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarhtritis). Die Scoreergebnisse der Athleten in der Ruhephase wurden mit denen eines Kontrollkollektivs (kein Leistungssport) verglichen. Ferner erfolgte ein Vergleich der Scoreergebnisse der Athleten in unterschiedlichen Phasen des Trainingsjahres. Ergebnisse: Leistungssportler im Stabhochsprung weisen in der Ruhephase in den hier verwendeten Scores keine signifikanten Unterschiede zu einem Vergleichskollektiv aus Nichtleistungssportlern auf. In den unterschiedlichen Belastungsphasen stuften die Athleten in der Wettkampfphase ihre physische Leistungsfähigkeit in der TAS und im WOMAC-Index, nicht aber im Lysholm-Score, durchschnittlich geringer ein als in Ruhe- und Trainingsphase. Schlussfolgerung: Um den Gesundheitsstatus von Leistungssportlern im Laufe eines Trainingsjahres zu objektivieren, scheinen die hier verwendeten, subjektiven klinischen Scores nicht sensitiv genug zu sein. Eine individuelle, athletenbezogene sportmedizinische Betreuung und engmaschige klinische Evaluation sind daher vorrangig, wenn es darum geht, Früherkennungsinstrumente für drohende Überlastungsschäden zu entwickeln.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences strength and speed sports
Published in:Sportverletzung Sportschaden
Language:German
Published: 2009
Online Access:https://www.thieme-connect.de/ejournals/issue/10.1055/s-002-18788
Volume:23
Issue:2
Pages:77-83
Document types:article
Level:advanced