Gender differences in jointmoment and power measurements during vertical jump exercises

(Geschlechtsspezifische Unterschiede in Gelenkmoment und Kraftmessung während vertikaler Sprungübungen)

Ziel der Studie ist die Untersuchung der Auswirkung des Geschlechts auf die mechanische Leistung der Gelenke der unteren Extremitäten (Momente und Leistung) während der Ausführung von Vertikalsprüngen. Als Probanden dienten 8 Profi-Rugbyspieler und 8 Sprinterinnen. Nach einer entsprechenden Erwärmung absolvierten die Probanden 4 Serien zu je 5 beidbeinigen Hochsprüngen mit einleitender Gegenbewegung mit den Händen hinter dem Rücken. Die Pausen zwischen den Sprüngen/Serien betrugen 1/4 min.Je Bein wurden 5 Markierungspunkte mittels 3D-Technik analysiert (ELITE System). Gleichzeitig wurden die Bodenreaktionskträfte gemessen. Unter Anwednung eines mathematischen Modells wurden aus den externen Markierungen und aus anthropometrischen Daten interne Gelenkzentren mit den entsprechenden Momenten und Kräften ermittelt. Ergebnisse: Die Mittelwerte für die Sprünge lagen bei 49,3 bzw. 43,6 cm. Die Analyse der vertikalen Bodenreaktionskräfte ergab, daß die Männer größere Kraftspitzenwerte und längere Kraftphasen erreichten. Die kinetischen Variablen bezüglich der Leistungen innerhalb der beiden untersuchten Gruppen werden in Tabelle 1-4 dargestellt. Spitzenmomente (Nm, Tab. 1) Die Werte der Männer sind signifikant höher als die der Frauen. Die Leistung (W, Tab. 2) lag bei den Männern höher als bei den Frauen, wobei signifikante Unterschiede im Hüftgelenk erkannt wurden. Bei einer Normalisierung der Werte durch Dividieren durch Körpergewicht und Körperhöhe wurden keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Momente zwischen den Geschlechtern gefunden. Bezüglich der Leistung lagen die Werte der Hüfte bei den Männern signifikant höher als die der Frauen. Die Frauen zeigten dagegen konstant höhere Werte für Knie- und Fußgelenk. Aus den Ergebnissen ist zu ersehen, daß Männer im Allgemeinen höhere absolute Spitzenwerte für Moment und Leistung für alle drei untersuchten Gelenke erreichen als die Frauen. Bei einer Normalisierung der Werte vermindern sich diese geschlechtspezifischen Unterschiede deutlich. Überraschend waren die höheren Werte der normalisierten Knie- und Fußgelenkleistung der Frauen. Dafür werden zwei mögliche Gründe angeführt: 1. Die für die Erzeugung exzentrischer Kraft verantwortlichen viscoelastischen Eigenschaften der Muskeln sind bei Frauen besser entwickelt als bei Männern. Der 2. Grund könnte im methodologischen Vorgehen zu suchen sein und nichts mit dem Geschlecht zu tun haben. Die Sprinterinnen könnten aufgrund ihres Trainingshintergrundes über ein besseres Leistumngsniveau bezüglich von Vertikalsprungübungen verfügen als die Rugbyspieler. Dies wird durch Sprunghöhentests unterstützt, in denen die Frauen gute 89% der Werte der Männer erreichten. Außerdem verfügten die untersuchten Frauen über einen längeren Trainingshintergrund als die untersuchten Männer. Die Ergebnisse der Strudie (trotz großer interpersoneller Breite in beiden Gruppen erlauben die hier eingesetzten Tests das Auffinden geschlechtsspezifischer Unterschiede bei den meisten der untersuchten Variablen) können sich aufgrund des untersuchten Personenkreises und der Untersuchungsumstände nicht automatisch verallgemeinern lassen, sondern beziehen sich lediglich auf die Versuchsgruppen.
© Copyright 1996 ISBS - Conference Proceedings Archive (Konstanz). Springer. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Naturwissenschaften und Technik Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Veröffentlicht in:ISBS - Conference Proceedings Archive (Konstanz)
Sprache:Englisch
Veröffentlicht: 1996
Ausgabe:Lissabon: Edicoes FMH, 1996. - S. 308-310, 4 Tab., Lit.
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch mittel