Produktion und Austausch mechanischer Energie beim Stabhochsprung der Frauen unter besonderer Berücksichtigung individueller konditioneller Voraussetzungen

Eine komplexe biomechanische Leistungsdiagnostik in einer sportlichen Disziplin sollte sowohl eine fundierte Technikanalyse mit der Identifikation leistungsbestimmender Merkmale des Bewegungsablaufs als auch eine umfassende Konditionsanalyse beinhalten. Hinsichtlich des Stabhochsprungs der Frauen bestehen in beiden Bereichen grundlegende Defizite. Ziel der vorliegenden Arbeit war es, nach neuesten biomechanischen Erkenntnissen zunächst die Erfassung der Stabhochsprungbewegung der Frauen unter energetischen Gesichtspunkten vorzunehmen. Mit Hilfe einer dreidimensionalen kinematischen Analyse sollte beurteilt werden, inwieweit die Springerinnen in der Lage sind, im Anlauf kinetische Energie zu erzeugen und wie sie diese anschließend in der Sprungbewegung nutzen bzw. durch Arbeit am Stab weitere Energie hinzufügen können. Auf der Grundlage der Erkenntnisse der mechanisch-energetischen Analyse wurden anschließend Messmethoden für die Überprüfung der konditionellen Voraussetzungen zur Erzeugung und Umwandlung von Energie sowie zur Verrichtung von zusätzlicher muskulärer Arbeit während der Stabphase festgelegt. Die Ergebnisse der mechanisch-energetischen Analyse mit Weltspitzenspringerinnen zeigen sehr deutlich die herausragende Bedeutung energetischer Kenngrößen im Zusammenhang mit der Gesamtsprungleistung. dabei erklären die Faktoren Anfangsenergie und Energiezuwachs im weiteren Sprungverlauf zusammen 86% der Varianz der maximalen Höhe des Körperschwerpunktes. Der Einfluss der Anfangsenergie auf die maximale Höhe des Körperschwerpunktes ist erheblich größer als der des Energiegewinns im weiteren Sprungverlauf. Die Analyse der konditionellen Fähigkeiten im Sprint-, Sprung- und Rumpfkraftbereich wurde mit Springerinnen unterschiedlicher Leistungsklassen vorgenommen. Die Leistungsstärksten wiesen dabei signifikant bessere Leistungen im Vergleich mit der Gruppe der Nachwuchssportlerinnen auf. Während unter Wettkampfbedingungen ein hochsignifikanter Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit des Körperschwerpunkts beim letzten Schritt und der maximalen Sprunghöhe nachgewiesen werden konnte, zeigt de Korrelationsstatistik hinsichtlich des Konditionstests keine Zusammenhänge zwischen Sprintgeschwindigkeit und der Stabhochsprungbestleistung der Athletinnen. Demgegenüber sind bezüglich fast aller Merkmale der Sprungkraftdiagnostik, insbesondere für die Sprunghöhe sowie die mittlere und maximale mechanische Leistung signifikante Zusammenhänge mit der komplexen Stabhochsprungleistung zu beobachten. Innerhalb der einzelnen Merkmalsgruppen Sprinttest, Sprungkraftdiagnostik sowie Ein-, und Aufrolltest existieren überwiegend signifikante Zusammenhänge.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Kraft-Schnellkraft-Sportarten
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Aachen Shaker Verlag 2003
Ausgabe:Aachen: Shaker, 2003. - 166 S.
Schriftenreihe:Berichte aus der Sportwissenschaft
Seiten:166
Dokumentenarten:Buch
Level:hoch