Tumorartige Knochenalterationen am Unterarm nach Karatetraining

Einleitung: Klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren können manchmal ein Malignom nicht sicher von anderen gutartigen Knochenveränderungen wie z. B. nach multipler Mikrotraumatisierung durch sportliche Betätigung differenzieren. Oftmals ist eine zusätzliche Biopsie erforderlich, um eine sichere Diagnose zu stellen. Methodischer Teil: Wir demonstrieren den Fall eines 15-jährigen Karatekämpfers, bei dem wegen zunehmender Schwellung und Schmerzen im distalen Unterarmdrittel eine bildgebende Diagnostik eingeleitet wurde. Ergebnisse: Bei deutlicher Auftreibung der Ulna mit nativradiologischer Zwiebelschalenbildung, kernspintomographischer Umgebungsbeteiligung und Nuklidmehrbelegung im Dreiphasenszintigramm wurde das Vorliegen eines Osteosarkoms vermutet. Erst die histologische Aufarbeitung nach Probeentnahme konnte ein Malignom ausschließen. Es fanden sich überschießende reparative Prozesse nach multiplen ossären Mikrotraumata durch Kampftraining. Durch Gipsruhigstellung kam es zu einem raschen Rückgang der ossären Auftreibung. Nach erneutem Trainingsbeginn bildete sich erneut eine zunehmende Schwellung aus, die erst nach Umstellung der Schlagtechnik dauerhaft abklang. Diskussion: Der Fall demonstriert, dass selbst moderne Bildgebungsverfahren bei der Abgrenzung zwischen Malignom und Multitraumafolgen versagen können. Er zeigt zudem die Notwendigkeit eines technisch korrekten Trainings bei Kampfsportarten.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Kampfsportarten
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Stuttgart 2005
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2004-813684
Jahrgang:19
Heft:1
Seiten:37-40
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch