Ist Erfolg käuflich? Analysen und Überlegungen zur sozioökonomischen Realität des Berufsfußballs
In den einleitenden Bemerkungen stellt der Autor dieser, auch als Dissertation erfolgreich eingereichten Arbeit fest, dass es bisher nur recht wenige konkrete empirische Befunde zum deutschen Profifußball gibt. Dies ist insofern von besonderer Bedeutung, da der Berufsfußball zunehmend in komplexe Wirkungszusammenhänge eingebunden wird und als bedeutsames sozioökonomisches Phänomen betrachtet wird.
Daraus leitet sich auch das Forschungsinteresse ab, Untersuchungen zu den Faktoren anzustellen, die den sportlichen Erfolg im modernen Profifußball determinieren. Dabei steht der Faktor Finanzen in seinen unterschiedlichen Aspekten der Finanzkraft des Vereins, der Finanzstrukturen der Einnahmen und Ausgaben, der Finanzierung der Spieler und des Trainers im Mittelpunkt des Interesses und werden auf ihren Einfluss auf den sportlichen Erfolg des Vereins untersucht. Die zentrale Frage lautet somit, ist die Höhe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel tatsächlich der dominierende Faktor des sportlichen Erfolges oder anders ausgedrückt, kann man sportlichen Erfolg tatsächlich kaufen.
Die Grundlage der Untersuchungen bilden theoretische Betrachtung zu solch zentralen Kategorien wie zum Beispiel Lohn, Leistung, Lohndiskriminierung, Entlohnungsgerechtigkeit, Anreizgestaltung, Gehaltshierarchisierung. Diese werden in den aktuellen Bezug des modernen Fußballsports sowohl unter sportlichen und Leistungsgesichtspunkten gesetzt, aber auch auf dem Hintergrund aktueller rechtlicher und sportpolitischer Entwicklungen (wie dem Bosman-Urteil) analysiert.
In der Untersuchung werden eine Reihe von Erfolgsfaktoren herausgearbeitet. Dabei zeigt sich die begrenzte Wirksamkeit der Finanzkraft eines Vereins hinsichtlich des sportlichen Erfolgs. Es wird verdeutlicht, dass das Zusammenspiel verschiedener weiterer Faktoren wie dem Teamportfolio, den Gehaltskomponenten (Grundgehalt vs. leistungsbezogenes Gehalt) der Spieler wie des Trainers einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den sportlichen Erfolg haben. So wird zum Beispiel das gegenwärtige Anreizsystem mit Punktprämien in Frage gestellt, da es nur ca. 10 Prozent der Gesamtbezüge ausmacht, um aber wirklich leistungswirksam zu sein, eine Größenordnung um 25 Prozent ausmachen müsste.
Da verwendeten Daten stammen aus dem Zeitraum von 1990/91 bis 1999/2000, wodurch die notwendige Aktualität gewährleistet ist. Die vorliegende Arbeit stellt eine gelungene Synthese von allgemeinen theoretischen Analysen der Entwicklung des Berufsfußballs in Deutschland und seinen praktischen Umsetzungsformen in den Teams des bezahlten Fußballs dar und sollte ein willkommener Lesestoff nicht nur im Fußball, sondern auch bei Verantwortlichen in allen Mannschaftssportarten mit Berufssportlern darstellen.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | social sciences sport games |
| Language: | German |
| Published: |
München
Herbert Utz Verlag
2002
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| Series: | Münchner Sozialwissenschaftliche Beiträge |
| Pages: | 326 |
| Document types: | book |
| Level: | intermediate |