Analyse mechanischer Spitzenbelastungen bei Fußballerinnen während Ligaspielen in den beiden Bundesligen: Eine Studie über zwei Saisons

Einleitung Die Quantifizierung mechanischer Spitzenbelastungen im Spiel spielt eine entscheidende Rolle beim Verständnis der physischen Anforderungen von Fußballspielerinnen und bildet die Basis für die Gestaltung effektiver Trainingsprogramme zur Leistungsoptimierung und Verletzungsprävention. Daher wurde in dieser Studie der Einfluss der Liga und der Halbzeit auf Parameter der Laufleistung im hochintensiven Geschwindigkeitsbereich untersucht. Methode Die mechanische Belastung während Ligaspielen in zwei aufeinanderfolgenden Saisons (2021/22 & 2022/23) wurde mittels eines GPS-basierten Trackingsystems (Polar Team Pro) bei acht Fußballerinnen (Alter: 21 ± 4 Jahre; Größe: 170 ± 8 cm; Gewicht: 67 ± 8 kg) einer Mannschaft erfasst. In der ersten Saison (2021/22) spielte das Team in der Bundesliga und stieg anschließend ab. Pro Spielerin gingen durchschnittlich 21 Spiele über die komplette Spielzeit (Spannweite: 9 bis 38 Spiele) in die Auswertung ein, wobei in beiden Ligen bzw. Saisons mindestens drei volle Spiele absolviert wurden. Neben absolvierter Gesamtstrecke, Standardabweichung der Beschleunigung (SDa) und Maximalgeschwindigkeit (vmax), wurde für jede Halbzeit die Distanz im Geschwindigkeitsbereich oberhalb von 19 km/h (HSR) sowie die Anzahl der lokalen Geschwindigkeitsspitzen im HSR-Bereich ermittelt. Um statistischrelevante Unterschiede zwischen den Ligen bzw. Halbzeiten zu ermitteln, wurde die ANOVA mit Messwiederholungen eingesetzt (Relevanzkriterium: p < 0,05 und 2p > 0,14). Ergebnisse In der zweiten Halbzeit (H2) wiesen alle untersuchten Parameter signifikant niedrigere Werte auf als in der ersten Halbzeit (H1). Die Ligazugehörigkeit hatte lediglich auf vmax (H1: 27,0 ± 1,7 km/h vs. 25,9 ± 1,4 km/h; H2: 26,1 ± 1,4 km/h vs. 25,6 ± 1,5 km/h) und SDa (H1: 0,73 ± 0,03 m/s² vs. 0,70 ± 0,05 m/s²; H2: 0,69 ± 0,04 m/s² vs. 0,67 ± 0,05 m/s²) einen signifikanten Einfluss, wobei die Werte für die Bundesliga jeweils höher waren. Sämtliche Effektstärken bei den zuvor genannten Unterschieden sind als groß einzustufen ( 2p > 0,48). Diskussion Es ist anzunehmen, dass der Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit auf die zunehmende Ermüdung zurückzuführen ist. Die größeren Werte für vmax und SDa in der Bundesliga lassen sich als Indikatoren für ein erhöhtes Spieltempo aufgrund des gesteigerten Leistungsniveaus der Gegnerinnen werten. Dennoch war die Dichte an Aktionen im HSR-Bereich in den ersten beiden Ligen ähnlich. Trotz der kleinen Stichprobengröße bestätigen die großen Effektstärken die Zuverlässigkeit der Ergebnisse und unterstreichen zugleich ihre Relevanz für die Praxis.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Spielsportarten
Veröffentlicht in:13. DVS-Sportspiel-Symposium - "Ludo, ergo sum - Vom Kinderspiel bis zum Leistungssport"
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: Augsburg Universität Augsburg 2024
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Seiten:81
Dokumentenarten:Artikel
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