Subjektives Anstrengungsempfinden, Wohlbefinden und Schlafqualität innerhalb des Menstruationszyklus - Auswertung eines täglichen Fragebogens von 25 weiblichen Fußballerinnen

(Subjective feeling of exertion, well-being and sleep quality within the menstrual cycle - Evaluation of a daily questionnaire of 25 female football players)

Einleitung: Athletinnen unterliegen hormonellen Schwankungen innerhalb des Menstruationszyklus, wodurch leistungsrelevante Parameter sowohl subjektiv als auch objektiv beeinflusst werden könnten. Während objektive Leistungstests in Studien bisher keine einheitlichen Aussagen zulassen, wird in Bezug auf die subjektive Leistungsfähigkeit von Athletinnen oft eine reduzierte Leistungsfähigkeit in der frühen Follikelphase und späten Lutealphase berichtet. Ziel der Auswertung ist es, einen individuellen Zusammenhang von Zyklusphase und subjektivem Wohlbefinden/Anstrengungsempfinden sowie Schlafqualität der Athletinnen zu identifizieren. › Methodik: Die Datenerhebung erfolgte auf Grundlage eines Fragebogens aus der täglichen Routine von 25 Vertragsspielerinnen des 1. FC Union. Via Push-Nachricht am Morgen sowie nach jedem Spiel erfolgte eine Aufforderung zum Ausfüllen eines Online-Fragebogens mit Dokumentation der Schlafqualität, Schlafdauer, Wohlbefinden, Anstrengungsempfinden im Training/Spiel (NRS 1-10) sowie des Menstruationszyklus. Der Erhebungszeitraum war für die gesamte Saison 2022/23 vorgesehen (Beginn 06.07.2022). › Ergebnisse: Die vorläufige Auswertung der Fragebögen (Rücklaufquote: 88,76% mit insgesamt 61 vollständig aufgezeichneten Zyklen) zeigte folgende Probandinnencharakteristika: Alter: 20,00 ± 3,00 J., BMI: 22,05 ± 2,10 kg/m2, Zykluslänge: 31,89 ± 9,01 Tage, Blutungsdauer: 4,75 ± 1,16 Tage. 14 Athletinnen hatten einen regelmäßigen Menstruationszyklus (25-35 Tage), davon zwei Athletinnen unter hormoneller Kontrazeption. 10 Spielerinnen hatten eine Oligomenorrhoe (Zyklusdauer > 35 Tagen); eine Athletin zeigte eine sekundäre Amenorrhoe. Nach Auswertung der vorläufigen Daten gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied in Schlafqualität, Schlafdauer, Wohlbefinden sowie Anstrengungsempfinden im Spiel und Training zwischen den Zyklusphasen. › Schlussfolgerung/Ausblick: Die Zwischenauswertung erbrachte keine signifikanten Ergebnisse, für finale Aussagen ist ein längerer Beobachtungszeitraum nötig. Unabhängig davon kann auf der Basis neuerer Literaturdaten davon ausgegangen werden, dass durch einen täglichen Fragebogen in der Routine der Spielerinnen auf individuelle Bedürfnisse und subjektive Leistungsschwankungen innerhalb des Menstruationszyklus reagiert werden kann. Um weitere Hinweise zum Zusammenhang zwischen Menstruationszyklus und weiteren Leistungsparametern zu erhalten, scheinen insgesamt größere Fallzahlen und eine lückenlose Dokumentation nötig zu sein.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:sport games biological and medical sciences social sciences
Published in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Language:German
Published: 2023
Online Access:https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2023/issue-4/scientific-abstracts/
Volume:74
Issue:4
Pages:148 Nr. 214
Document types:article
Level:advanced