Kardiologische Reihenuntersuchung jugendlicher Sportler
(Cardiac survey of young athletes)
Immer wieder gibt es Meldungen über plötzlich, während oder kurz nach dem Sport verstorbene junge Athleten. Hauptursachen dieser Todesfälle sind angeborene Herzerkrankungen wie Kardiomyopathie, Koronaranomalien oder ein arrhythmogener rechter Ventrikel.
Ziel der Untersuchung war es darzustellen, ob Sporttauglichkeitsuntersuchungen von Nutzen sind, in welchem Maße man Krankheiten, die für den plötzlichen Herztod verantwortlich sind, aufdecken kann und welche Untersuchungsverfahren dafür am besten geeignet sind. Im Fußball sind Sporttauglichkeitsuntersuchungen vom DFB vorgeschrieben und werden bereits seit 2004 jährlich durchgeführt.
Untersucht wurden dafür 196 Spieler des FC Augsburg. Diese waren durch den Verein bereits in zwei Gruppen unterteilt, in einen Aufbau- (109 Spieler) und einen Leistungsbereich (87 Spieler). Bei allen Spielern wurden Anamnese einschließlich eines standardisierten Fragebogens, körperliche Untersuchung, Ruhe-EKG und UKG durchgeführt, bei den Spielern des Leistungsbereiches zudem noch eine Laboruntersuchung und eine Belastungsergometrie. Die UKG im Aufbaubereich war eine zusätzliche Untersuchung, die nicht vom DFB gefordert war.
Die erhobenen Daten wurden statistisch ausgewertet und mit Literaturangaben verglichen.
Sowohl Anamnese, standardisierter Fragebogen als auch körperliche Untersuchung und Laborwerte ergaben keine Hinweise auf eine kardiale Erkrankung. EKG und Belastungs-EKG erbrachten bei 34 % der Spieler Auffälligkeiten, die jedoch keine pathologische Bedeutung hatten.
Die in unserem Fall wichtigste und aussagekräftigste Untersuchung war die Echokardiographie. Hierbei wurde bei 23 % der Spieler eine Mitralinsuffizienz, bei 6 % eine Aorteninsuffizienz, bei 1,5% ein Mitralklappen-Prolaps, bei 1,0% ein persistierendes Foramen ovale, bei 1,0% ein VSD, bei 1,0% eine dysplastische AKL und jeweils mit 0,5% eine TI 2°, ein ASD, eine AKS und eine bikuspide AKL festgestellt.
Ein Spieler (0,5%) zeigte eine Koronaranomalie mit dem Abgang der LAD aus der RCA und einem Verlauf zwischen dem Stamm der Pulmonalarterie und der Aorta. Es erfolgte in diesem Fall ein Verbot, weiter Leistungssport zu betreiben, da ein erhöhtes Risiko bestand, am plötzlichen Herztod zu versterben.
Allen anderen Spielern konnte die Sporttauglichkeit erteilt werden.
Abschließend kann gesagt werden, dass durch eine Sporttauglichkeitsuntersuchung nie alle Erkrankungen diagnostiziert werden können, die während körperlicher Belastung zum plötzlichen Herztod führen können. Dennoch ist die Durchführung einer solchen Untersuchung wichtig, um das Risiko möglichst gering zu halten und die häufigsten Ursachen für den plötzlichen Herztod wie Koronaranomalien oder Kardiomyopathien auszuschließen. Eine Sporttauglichkeitsuntersuchung sollte immer eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, ein EKG in Ruhe sowie unter Belastung und eine Echokardiographie beinhalten. Die Echokardiographie gibt wesentliche ergänzende Hinweise, die für die Beurteilung der Sporttauglichkeit notwendig sind, so dass diese Untersuchung standardmäßig bei allen Sportlern durchgeführt werden sollte.
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| Subjects: | |
|---|---|
| Notations: | biological and medical sciences |
| Language: | German |
| Published: |
Erlangen
Friedrich-Alexander-Universität
2012
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| Online Access: | http://www.opus.ub.uni-erlangen.de/opus/volltexte/2012/3283/ |
| Document types: | dissertation |
| Level: | advanced |