Kieferchirurgische Aspekte der Versorgung von Gesichtsverletzungen bei Hochleistungssportlern

(Treatment modalities of maxillofacial injuries in professional athletes)

Einleitung: Für Hochleistungssportler ist es zum Erhalt der Leistungsfähigkeit essentiell, den umfangreichen, minutiös abgestimmten Trainingsplan möglichst exakt einzuhalten. Verletzungen stören den Ablauf des Trainings und können bei Beteiligung von Kiefer und Gesicht aufgrund der Beeinträchtigung der Kau- und Schluckfunktionen sogar eine unerwünschte Umstellung des Ernährungsprogamms bedingen. Exemplarisch wird der Behandlungsverlauf von drei Fußballern der 1. Bundesliga hinsichtlich stationärer Verweildauer, Trainingsausfall und Möglichkeiten der Verkürzung der Rekonvaleszenz beschrieben. Material und Methode: Berichtet wird über drei Profifußballer, die in den Jahren 2008 und 2009 wegen Gesichtsschädelverletzungen, die sie sich während eines Meisterschaftsspiels zugezogen hatten, operativ versorgt und stationär behandelt wurden. Ergebnis: Alle Frakturen traten im Wettkampf als Anpralltrauma im Kontakt mit einem anderen Spieler auf. Die operative Versorgung der Verletzungen (laterale Mittelgesichtsfraktur, zentrolaterale Mittelgesichtsfraktur mit Orbitabodentrümmerfraktur, Unterkiefergelenkfortsatzfraktur) erfolgte zeitnah noch am Unfalltag. Der Trainingsausfall konnte auf 4,5 Tage begrenzt werden; der Spielausfall reichte von 7 bis 12 Tagen. Bis zur Frakturkonsolidierung wurde den Sportlern angeraten, während des Trainings und der Ligaspiele eine individuell angefertigte Gesichtsmaske aus Carbon-Faser-Verbundwerkstoff zu tragen. Diese wurde von den Spielern nach einer Gewöhnungsphase als gut tolerabel angesehen. Bei keinem der Spieler traten während dieser Zeit frakturbedingte Komplikationen auf. Zusammenfassung: Zeitnahe, minimalinvasive operative Versorgung, enge Verzahnung von stationärer und ambulanter Behandlung in Kooperation mit dem Mannschaftsarzt sowie die Verwendung individualisierter Gesichtsmasken ermöglichen eine deutlich frühere Rückkehr in den Trainings- und Spielbetrieb und unterstützen so auch psychisch die Rekonvaleszenz.
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Bibliographic Details
Subjects:
Notations:biological and medical sciences
Published in:Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin
Language:German
Published: 2011
Online Access:http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/fileadmin/externe_websites/ext.dzsm/content/archiv2011/heft10/online_10_11/316_originalia_kretschmer.pdf
Volume:62
Issue:10
Pages:316-319
Document types:article
Level:intermediate