Wahrnehmungs-Handlungs-Kopplung beim taktischen Entscheidungstraining

Das erfolgreiche Bewältigen von taktischen Entscheidungssituationen im Sport erfordert von den beteiligten Akteuren eine Auswahl der relevanten visuellen Merkmale und eine nahezu zeitsynchrone Planung einer motorischen Reaktion. Mit dieser Studie sollte exploratorisch untersucht werden, ob ein videobasiertes Trainingsprogramm mit einer Kopplung von Wahrnehmung und Handlung bei einer 3:2-Taktiksituation im Fußball zu besseren Entscheidungsleistungen beiträgt als ein Wahrnehmungstrainingsprogramm am Computer. Jugendliche Fußballspieler N = 41 mussten zu drei Messzeitpunkten einen taktischen Entscheidungstest vor einer Großbildleinwand absolvieren. Bei diesem Test mussten die Pbn bei 51 Videosequenzen so schnell wie möglich entscheiden, welche die beste Lösung in der jeweiligen Situation darstellt und diese verbunden mit einer motorischen Reaktion markieren (Ballschuss gegen einen von drei Kästen). Es konnte ermittelt werden, dass im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 12) sowohl die Wahrnehmungs-Handlungs- Trainingsgruppe (n = 12) als auch die Wahrnehmungstrainingsgruppe (n = 17) ihre Entscheidung in allen drei Leistungsmaßen (Reaktionszeit, Entscheidungsqualität und Bewegungszeit) verbessern konnten. Die nicht signifikanten Verbesserungen der Wahrnehmungstrainingsgruppe in der Reaktionszeit werden vor dem Hintergrund der Entwicklung von Wahrnehmungs-Handlungs-Kopplungen mit unterschiedlichen Reaktionsalternativen diskutiert.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Spielsportarten Trainingswissenschaft
Veröffentlicht in:Bewegung und Training
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2008
Online-Zugang:http://www.sportwissenschaft.de/fileadmin/pdf/BuT/hagemann.pdf
Jahrgang:2
Seiten:17-27
Dokumentenarten:elektronische Zeitschrift
Level:hoch