Verletzungen im Frauenfußball - Ergebnisse einer prospektiven Jahresstudie. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußballbund (DFB)

Während der Saison 2000/01 verletzten sich in der 1. deutschen Frauen-Fußballbundesliga von insgesamt 254 Spielerinnen 131, wobei diese sich insgesamt 216 Verletzungen zuzogen. Darunter waren 74 leichte (< 1 Woche verletzt), 84 mittelschwere (< = 6 Wochen) und 58 schwere Verletzungen (> 6 Wochen). Die Spielerinnen waren im Schnitt nach 26,5 Tagen Verletzungspause wieder spielfähig. Die Inzidenz einer Verletzung (Abbruch oder Ausfall eines Trainings/Spiels) lag bei 2,5/1000 Std., d. h. bei 0,79 Verletzungen pro Saison. Unter 116 Gelenkverletzungen fanden sich 16 Distorsionen und 22 Bandrupturen des OSG, 16 Meniskusläsionen und 11 VKB-Risse. Vergleichend zum Männerfußball besteht bei geringerer Verletzungswahrscheinlichkeit ein höheres Risiko an schweren Verletzungen, besonders im Bereich des Sprunggelenks und der Kreuzbänder. Die Häufung dieser Verletzungen zu Saisonbeginn könnte auf eine mangelhafte Vorbereitung oder zu hohe Anforderungen während dieser Phase hindeuten. Bei Auftreten rezidivierender Supinations- oder Distorsiontraumen scheint eine verstärkte Schulung der Propriozeption sinnvoll.
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Bibliographische Detailangaben
Schlagworte:
Notationen:Biowissenschaften und Sportmedizin Spielsportarten
Tagging:Sprunggelenk
Veröffentlicht in:Sportverletzung Sportschaden
Sprache:Deutsch
Veröffentlicht: 2006
Online-Zugang:https://doi.org/10.1055/s-2006-927193
Jahrgang:20
Heft:4
Seiten:196-200
Dokumentenarten:Artikel
Level:hoch