Politik für oder gegen den Sport? Das ewige Verwirrspiel um das Politische im Sport
Das Verhältnis von Sport einerseits und Staat und staatlicher Sportpolitik andererseits ist seit Jahrzehnten ein Spannungsfeld mit großer medialer "Strahlkraft", und das betrifft oftmals den Leistungssport, aber eben auch nicht nur diesen. Es geht um Motive und Ziele eines Zusammenwirkens oder die Auseinandersetzung von Sport und seinen Sportorganisationen und Staat und den ihn auf den verschiedenen Ebenen repräsentierenden Organen und Organisationen. Wieviel Unabhängigkeit fordert der Sport für sich und wie begründet er diese (kulturell, juristisch...), wie eng oder auch frei begleitet der Staat "seinen" nationalen Sport und nutzt diesen, und mit welchen Motiven geschieht das auf beiden Seiten. Die Entwicklungen sowohl des Sports aber auch des Staates und seinen Positionen zum Sport und seinen Regeln für den Sport haben in den letzten Jahrzehnten ein immer komplexeres Gebilde, immer mehr Verflechtungen zwischen immer mehr gesellschaftlichen Teilbereichen entstehen lassen, in denen der Sport präsent ist und die den Sport beeinflussen und letztlich auch nutzen wollen. Daraus entstand auch ein mehr an Handlungsoptionen für alle Beteiligten, die gezielt eingesetzt werden. Sport, Sportler, Sportveranstaltungen sind inzwischen stets im Blickfeld der politisch Handelnden, werden von diesen analysiert und kritisiert, gefördert und genutzt, um politische wie wirtschaftliche, infrastrukturelle wie mediale Wirkungen zu erzielen. Das bringt den Sport mit seinen Organisationen in sehr unterschiedliche Beziehungs- und Bedingungsgeflechte, in denen er sich zurechtfinden, eigene Positionen formulieren und durchsetzen muss, die er nutzen oder von denen er ausgenutzt werden kann.
Die Entwicklung des Sports in den letzten Jahrzehnten mit unkontrollierten Auswüchsen wie im Dopingmissbrauch oder mit der Ausbreitung von Korruption und Betrug im nationalen wie im internationalen Sport und unter den dort Handelnden, fordert vom Sport und vom Staat eine intensive Auseinandersetzung und fordert Antworten auf zum Teil existenzielle Frage der Zukunft, insbesondere des Leistungssports. Dabei zeigt sich, dass vermeintlich einfache Antworten viel Potenzial haben, der jeweiligen Situation nicht oder nur eingeschränkt gerecht werden zu können. Mit diesem Problemfeld hat sich Sven Güldenpfennig seit vielen Jahren sehr intensiv befasst und dazu publiziert. Und mit dem jetzt vorgelegten Buch stellt er seine Positionen zu sehr unterschiedlichen aktuellen Problemen dar, die vom Zustand der Olympischen Spiele und anderer großer Sportveranstaltungen über das Handeln sportlicher "Lichtgestalten" und der medialen und politischen Reflektion dazu über die spezielle Position des Fußballs im Kanon der Sportarten reichen. Letztlich, und das verwundert bei einem Sportphilosphen nicht, entwickelt er einen politikphilosophischen und politikwissenschaftlichen "Denkrahmen" für das übergreifende Thema dieses Buchs.
1. Bewerbung um die Ausrichtung von Großveranstaltungen als sportpolitischer Streitgegenstand
2. Olympische Zeitenwende? Der Prolog zu den Spielen von Rio de Janeiro 2016
3. Rio de Janeiro 2016. Olympische und paralympische Miniaturen
4. Sturm auf das Denkmal des "ewigen Kaisers". Postscriptum zu den Tagen von Rio
5. Euro 2016: Eine Fußball-EM zum Ärgern? Ja, aber nicht aus den "üblichen verdächtigen" Gründen
6. Hand ist Hand! Gründe und Plädoyer für eine Regeländerung
7. Der politisch neutrale Eigensinn des Fußballs. Eine Standortbestimmung
8. Vom zerstörerischen Selbstwiderspruch eines instrumentellen Sportbegriffs. Sportbezüge in Adolf Hitlers Mein Kampf
9. Fußball im Spannungsfeld von Gleichschaltung und Widerständigkeit
10. Begründete Sportpolitik ist Politik zur Förderung der Sportidee. Sonst nichts. Eine politiktheoretische Skizze
11. Politik für einen Sport im weiten Sinne
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| Schlagworte: | |
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| Notationen: | Sportgeschichte und Sportpolitik |
| Sprache: | Deutsch |
| Veröffentlicht: |
Hildesheim
Arete Verlag Christian Becker
2016
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| Schriftenreihe: | Sport als Kultur. Studien zum Sinn des Sports, 14 |
| Online-Zugang: | https://www.arete-verlag.de/index.php/programm/politik-fuer-oder-gegen-den-sport-das-ewige-verwirrspiel-um-das-politische-im-sport |
| Seiten: | 461 |
| Dokumentenarten: | Buch |
| Level: | hoch |